Aktienkurs im freien Fall Charles Vögele – Niedergang einer Legende

Bei Charles Vögele ist Feuer unterm Dach, die Investoren des Schweizer Modehauses verlieren zunehmend die Geduld.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Adieu Whatsapp Auf diesen Handys ist im Januar Schluss
2 530’000 Menschen gelten in der Schweiz als arm Arme leben elf Jahre...
3 Einkäufe einstecken und rauslaufen Amazon eröffnet Laden ohne Kassen

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
10 shares
19 Kommentare
Fehler
Melden

Anfang Woche verkaufte die Innerschweizer Beteiligungsgesellschaft Teleios ihr Aktienpaket im Umfang von 15 Prozent. Daraufhin stürzte der Kurs regelrecht ab: Am Dienstag kostete der Titel zeitweise noch 4.80 Franken.

Was ist nur los beim einst so ruhmreichen Schweizer Kleiderhändler, der ganze Generationen eingekleidet hat? Ein Vertreter von Teleios: «Wir haben keine Ahnung, was die Führung und der Verwaltungsrat vorhaben.»

Aber es muss etwas geschehen. Denn Fakt ist: Der Börsenwert von Charles Vögele schmilzt dahin wie Schnee in der Sonne. 2001 betrug der Marktwert noch stolze 2,8 Milliarden Franken – heute sind es gerade einmal 44 Millionen. Das internationale Filialnetz schrumpfte von 900 auf 760 Geschäfte.

Ein Blick zurück: Gründer Charles Vögele verkaufte 1997 sein Laden-Imperium für knapp eine Milliarde Franken an die Schroders Group. 1999 ging das Unternehmen an die Börse. Der Titel startete mit einem Kursfeuerwerk, dann kannten die Notierungen nur noch eine Richtung: Steil nach unten.

Seither sucht Charles Vögele in der hart umkämpften Modebranche krampfhaft seinen Platz. 2010 warb das Modehaus mit Til Schweiger und den Cruz-Schwestern Monica und Penélope um die Gunst der Jungen und Schönen. 

Gebracht hat der Glamour-Aufrtitt nichts. Schon wenig später zielte Vögele darauf, die ältere und reifere Kundschaft zurück ins Boot zu holen. Aber auch diese Kehrtwende führte nicht zum Turnaround. Neue Chefs kamen – und gingen wieder. 2012 musste Profisanierer und VR-Präsident Hans Ziegler (64) selber ran, um den schlingernden Kleiderkonzern in ruhigere Gewässer zu steuern. Ein Verkauf stand zur Diskussion. Doch vergebens. Selbst der langjährige Investor Migros – seine Beteiligung war einst rund 100 Millionen wert – musste einsehen, dass sein Engagement nichts als Kosten verursachte.

Über die Jahre setzte der orange Riese wohl mehr als 20 Millionen in den Sand. Letzten März sagte Ziegler schliesslich Adieu und trat von der Vögele-Kommandobrücke ab. 

René Weber, Analyst bei der Bank Vontobel, sagt: «Dem Management muss diesmal der Tournaround gelingen». Aber: «Das benötigt Zeit.» Dochdie hat Charles Vögele nicht: Bereits im April muss das Haus Kredite im Wert von 250 Millionen Franken neu verhandeln. 

Ob die Banken unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch mitmachen? Dazu Weber: «Ein Blick auf den Aktienkurs sagt im Prinzip alles.» Und Ex-Investor Teleios lässt lediglich verlauten: «Wir wünschen der Unternehmung alles Gute.»

Publiziert am 21.02.2016 | Aktualisiert am 30.11.2016
teilen
teilen
10 shares
19 Kommentare
Fehler
Melden

19 Kommentare
  • Siegfried  Bär aus Wettingen
    22.02.2016
    Da kann man schon mal spekulieren, wer die Marke aufkauft:
    C&A, H&M, Adler, KiK usw...
    Traurig aber wahr: Es hat bald ausgevögelet!
  • Thomas  Muster 22.02.2016
    Die "Vögel"pfeiffen es von den Dächern Charles Vögele wird wahrscheinlich Pleite gehen wenn nicht noch ein Wunder passiert.Das einst Vorzeige Modehaus wurde durch Missmanagement heruntergewirtschaftet der Schuldenberg ist zu gross.Ich bin mir nicht sicher ob die Banken noch mitmachen, das Risiko ist zu gross geworden.Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.Die Hoffnung stirbt zuletzt.
  • Alfred  Gerber aus Goldingen
    22.02.2016
    Als Familien Unternehmung waren Personen dahinter, die ihr persönliches Interesse an einem guten Geschäftsgang hatten. Mit dem Weg an die Börse wurde von der Familie Vögele Geld gemacht und das Modegeschäft Richtung Niedergang geschickt. Dieser Fisch stinkt in der Chefetage. Gewaltig.
  • Peter  Kuster 22.02.2016
    Vögele hat für Kinder und Männer gute Kleider. Vor allem Hemden und Hosen haben wirklich gut. Die Preise stimmen auch. Schweiger war ein Griff ins Klo. Es gibt aber auch negativ Punkte. So waren die Skijacken für die Kinder Schrott.
  • Hermann  Kuch aus Uznach
    22.02.2016
    Ich habe den Gründer und seine Kinder kennen gelernt. Es waren echte Kleider-Profis. Nachdem die ganze Geschichte verkauft wurde und auch die Kinder ausgestiegen sind, war abzusehen (und nur eine Frage der Zeit) bis die studierten Quereinsteiger ohne auch nur die geringsten Branchenkenntnisse zu haben, den blühenden Konzern in der Boden stampfen würden!