Air Berlin in Turbulenzen Gerüchte um Chef-Wechsel bestätigen sich

Die schlingernde Fluggesellschaft Air Berlin bekommt einen neuen Chef – und zwar von der Konkurrentin Lufthansa.

Die deutsche Airline Air Berlin steckt in einer Krise. Das bekommt nun auch die Schweizer Tochter Belair zu spüren. play
Air Berlin hat einen neuen Chef: Er heisst Thomas Winkelmann und kommt vom Rivalen Lufthansa. Michael Sohn

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Die in Turbulenzen steckende zweitgrösste deutsche Fluglinie Air Berlin wechselt ihren Chef aus. Stefan Pichler habe sich entschlossen, das Unternehmen zu verlassen, nachdem er zwei Jahre lang an der strategischen Neuausrichtung gearbeitet habe, teilte Air Berlin am Sonntag mit. Damit bestätigen sich Insider-Informationen vom Samstag.

Sein Nachfolger Thomas Winkelmann kommt vom Konkurrenten Lufthansa, wo er mehr als neun Jahre die Billigtochter Germanwings leitete. Zuletzt war er Chef des Lufthansa-Drehkreuzes München.

Pichler geht zurück nach Australien

Pichler wolle nun in seine Heimat Australien zurückkehren, erklärte Air Berlin. Reuters hatte von Insidern erfahren, Pichler müsse auf Druck des Air-Berlin-Grossaktionärs Etihad gehen. Pichlers Aufgabe sei mit der Neuausrichtung der zweitgrössten deutschen Fluglinie erledigt.

Der frühere Thomas-Cook-Manager Pichler hatte den Chefposten bei dem Lufthansa -Konkurrenten im Februar 2015 übernommen. Zuvor hatte er Airlines in Australien, Kuwait und den Fidschi-Inseln gemanagt.

Air Berlin steckte bereits damals in einer tiefen Krise, nachdem Gründer und Langzeit-Chef Joachim Hunold die Firma nach Anfangserfolgen im Tourismusverkehr zum Lufthansa-Rivalen aufbauen wollte. Darauf folgte ein schneller Expansionskurs mit Übernahmen etwa von DBA und LTU, die aber kaum integriert wurden.

Air Berlin fliegt in der Verlustzone

Experten zufolge befand sich die Fluglinie in zu vielen Geschäftsfeldern gleichzeitig. Pichler wollte die Gesellschaft kurz nach seinem Amtsantritt wieder auf das Touristikgeschäft konzentrieren.

Aktionär Etihad, der knapp 30 Prozent der Anteile hält und der Fluglinie mit Finanzspritzen von weit mehr als einer Milliarde Euro unter die Arme griff, stoppte den Vorstoss jedoch. Seitdem gilt das Verhältnis als zerrüttet.

Air Berlin verbuchte in den ersten neun Monaten einen Verlust von 317 Millionen Euro. Nur dank des Verkaufs der Hälfte der Tochter Niki an Etihad kommt Air Berlin über den umsatzschwachen Winter.

Um eine Trendwende zu erreichen, geben die Berliner einen Grossteil der Strecken zu touristischen Zielen an die Lufthansa und ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit dem Ferienflieger Tuifly ab. Gleichzeitig werden 1200 der 8600 Arbeitsplätze abgebaut. (SDA)

Publiziert am 18.12.2016 | Aktualisiert am 21.12.2016
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3 Kommentare
  • Michael  Pedders aus Berlin
    18.12.2016
    Es wäre schlimm, wenn Air Berlin wirklich von der Bildfläche verschwindet. Nicht weil eine Airline, welche kein Geld abwirft keine Existenzberechtigung hätte, sondern, dass dies eine Carte Blanche für SWISS, Lufthansa und Konsorte wäre die Tarife wieder auf vielen Strecken hochzujagen. Es lebe daraufhin wieder die Arroganz dieser Airlines.
    • Markus  K. 19.12.2016
      Genau weil es Leute wie Sie gibt, müssen viele Airlines pleitegehen. Möglichst billig fliegen und noch Top-Service verlangen, macht das irgendwie Sinn?
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    18.12.2016
    Das musste ja so kommen - die Airline-Blase leer sich langsam, auch mit konkurrenzlosen Tiefpreisen rast man in den Keller.