UBS-Debakel Adoboli verzockte auch über 500 Jobs

  • Publiziert: 16.10.2012
play Ex-UBS-Händler Kweku Adoboli soll auch Jobs verzockt haben. (Keystone)

LONDON - Das dürfte seinen ehemaligen Kollegen sauer aufstossen. Laut dem UBS-Finanzchef musste die Bank wegen Adobolis Fehlspekulationen 550 Stellen streichen und den Boni-Pool kürzen.

Mit unautorisierten Handelsgeschäften bescherte der Ex-UBS-Händler Kweku Adobli der UBS vor gut einem Jahr 2,3 Milliarden Dollar Verlust.

Das hätte auch für die Mitarbeiter Folgen gehabt, sagte gestern UBS-Finanzchef Tom Naratil vor Gericht, wie die «Financial Times» und «Bloomberg» schreiben.

Die Bank, so Naratils Vorwurf, hätte wegen Adobolis Fehlspekulationen 550 Stellen streichen und den Bonus-Pool für die Mitarbeitenden des Investmentbanking um 60 Prozent kürzen müssen.

«Bei einem 2,3-Milliarden-Verlust müssen Sie Personal abbauen»

Naratil wurde per Video aus New York in die Gerichtsverhandlungen nach London zugeschaltet. Adobli ist dort wegen mehrfachen Betrugs und Fälschung angeklagt.

Wie viele Jobs der ehemalige Mitarbeiter ganz genau auf dem Kerbholz hat, sei schwierig zu beziffern, räumte der UBS-Topmanager ein. Aber, so Naratil: «Wenn sie 2,3 Milliarden US-Dollar verlieren, müssen sie mehr Personal abbauen.»

Die Milliarden-Verluste sei «ein Grund, aber nicht der einzige» gewesen, der bei der Kürzung des Bonus-Pools eine Rolle spielte.

«Kurz davor die grösste Schweizer Bank zu verzocken»

Adoboli für den Verlust von 550 Arbeitslpätze verantwortlich zu machen, sei «unfair», widerspricht sein Verteidiger Charles Sherrard. Die UBS habe im Vorfeld des Handelsskandals ein grosses Sparprogramm angekündigt, das den Abbau von 3'500 Stellen vorsah. (cst)

 

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Beliebteste Kommentare

  • Philipp  Rittermann
    aufhören. wieder werden mitarbeiter aufgrund führungsversagens entlassen; das ist eine riesen-schweinerei. und - was soll die gesellschaft mit arbeitslosen bänklern machen - gerade trader sind doch sehr einseitig äh-begabt!!? das gibt dann wieder hunderte, teure sozialfälle. und was meint die bankenaufsicht dazu?
  • Fridolin  Glarner-Walker , Genf
    In diesem Zocker-Casino haben einige mitgemacht und über Jahre sehr gut verdient. Einer der Tollkühnsten hat es nun erwischt und die Andern, bis auf höchste Führungsstufe, wollen sich nun rausreden.
    • 16.10.2012
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Alle Kommentare (8)

  • Smith  MrMatrix , via Facebook
    Den freien Markt predigen - aber von Steurgeldern leben; und dann noch x Arbeitslose generieren. Diese Bank-Industrie verschwendet seit Jahren Talente, mit ihrem Kasino-Geschäft und bringt die reale Wirtschaft in Schwierigkeiten. Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass eine Selbstregulierung ein fader Witz ist.
    • 16.10.2012
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  • Rochas  Esteban , Bern
    Nun wird alles an einem Angestellten aufgehängt. Sofern er kein Superhacker war müssen die Systeme in der Lage sein, solchen Schwindel zu erkennen. Zweitens lief dieser Betrug über JAHRE! Jeder kleinen Bank hätte die Finma wohl die Lizenz in Frage gestellt oder zumindest saftige Bussen erteilt nach dem US-Subprime-Debakel und dem Adoboli-Kontrollversagen. Bei der UBS drückt man offenbar die Augen zu bei der Finma, kein Wunder, viele Ex-UBS und Ex-CS-Bänkler arbeiten nun in der "Aufsichtsbehörde"...
    • 16.10.2012
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  • richard  keith
    Wahrscheinlich bekommt er einen Bedingten und 10 Mio. Abfindung.
    • 16.10.2012
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  • seb  cicero
    Dem Adoboli alles Geld etc. wegnehmen Busse, Strafe, Beschlagnahme, Schadenersatz bis er nichts mehr hat und ein paar Jahre in den Knast und dann mit Nichts wieder aus dem Knast ins Gossenleben... das wäre die richtige Strafe
  • Cédric  Genecand , Sankt Gallen , via Facebook
    Was heisst hier wieder? Es wird über die Vergangenheit gesprochen... Aber wenn sie sich hundert mal über das gleiche Ereignis aufregen wollen nur zu ;

    Um Trader zu werden braucht man eine gewisse Mathematische Begabung um die algorithmen und Modelle zu verstehen. DIese Fähigkeit kann man auch andersweitig nutzen. Desweiteren muss sich jeder der eine neue Stelle antritt die nicht 100 Prozent seiner alten entspricht anpassen! Aber Hauptsache Banken kritisieren das kommt in der Gesellschaft momentan gut an und man kriegt paar likes ;
    • 16.10.2012
    • 9
    • 33
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