Adieu Saucisson! Tibits übernimmt Bahnhofbuffet Lausanne Zürcher Vegis verärgern Romands

Das traditionsreiche Bahnhofbuffet in Lausanne hat seine Pforten geschlossen. 2018 soll es als vegetarisches Selbstbedienungsrestaurant wieder eröffnen. Das schmeckt den Romands nicht.

Tibits übernimmt Bahnhofsbuffet Lausanne: Schmeckt den Romands nicht play
Bald gibts hier nur noch Gemüse: Blick in das alte «Le Buffet de la Gare» im Bahnhof Lausanne. 2018 soll hier eine Filiale der Vegi-Kette Tibits eröffnen. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott) JEAN-CHRISTOPHE BOTT

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Tibits expandiert in die Westschweiz. 2018 übernimmt die Zürcher Restaurantkette das ehemalige Bahnhofbuffet in Lausanne. In der Deutschschweiz wäre das kaum mehr als eine Kurzmeldung wert. In der Waadtländer Metropole hingegen hat die Ankündigung eine veritable Empörungswelle ausgelöst.

Schluss mit Saucisson und Schweinsfüsschen

Die Lausanner stören sich daran, dass Deutschschweizer – schlimmer, die Zürcher – die traditionelle Brasserie übernehmen. Noch beklagenswerter finden sie jedoch, dass das Tibits nur vegetarische Gerichte anbietet: Denn damit ist Schluss mit lokalen Spezialitäten wie Papet vaudois (Eintopf), Saucisson, Schweinsfüsschen und Adrio im ehrwürdigen, 1916 eröffneten «Buffet de la Gare».  

In Leserbriefspalten machen die Lausanner ihrem Ärger Luft. Die Übernahme sei ein Angriff auf die Waadtländer Identität, schimpfen sie. Es drohe eine Vegi-Diktatur der arroganten Zürcher. Manch einer wünschte dem Lokal sogar die Pleite. Selbst Politprominzenz reagierte empört: «Alles geht dem Bach runter», kommentierte der Waadtländer SVP-Nationalrat Michaël Buffat auf Facebook.

Tibits übernimmt Bahnhofsbuffet Lausanne: Schmeckt den Romands nicht play
Traditionelle papet vaudois: Waadtländer Laucheintopf mit Saucisson.

Überraschte Tibits-Chefs

Die Heftigkeit überrascht auch die erfolgsverwöhnten Tibits-Betreiber: «Wir haben eine gewisse Zurückhaltung erwartet, aber nicht in dieser Grössenordnung», sagt Daniel Frei gegenüber dem Magazin «L'illustré».

Zumal die Romands jetzt zwar den Verlust der klassischen Speisekarte betrauern, selbst jedoch immer seltener im Bahnhofbuffet gegessen haben. Das zumindest sagt der ehemalige Patron: Die Stammgäste seien aus Altersgründen weggeblieben, Nachwuchs aber habe es kaum gegeben, so Reto de Mercurio gegenüber der Zeitung «24heures». Das Konsumverhalten habe sich geändert. Eine klassische Brasserie könne in einem Bahnhof daher nur noch schwer rentieren.

Vegetarische Papet Vaudois

Um die aufgeregten Gemüter zu beruhigen, wollen die neuen Betreiber die Tradition des Buffets hochhalten und zentrale Elemente des Lokals wie die Wandmalereien erhalten. Auch regionale Weine soll es geben. Die Tibits-Macher versprechen sogar, eine vegetarische Papet Vaudois anzubieten. (sf)

Publiziert am 22.10.2016 | Aktualisiert am 31.10.2016
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13 Kommentare
  • Esther  Wirz aus Emmenbrücke
    23.10.2016
    Im Luzerner Bahnhof haben wir leider auch diese Vegi-Beiz. Schade, wer das mag gut, aber mir widersteht dieses Essen komplett. Zu Wissen das ich was künstliche esse. Igitt
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      24.10.2016
      Sie wissen NICHTS!! Sind Erbsen künstlich? Ist ein Ratatouille künstlich? Sie plappern nur irgendwas dahin ohne dass Sie es ausprobiert haben!! Viele Inder sind Vegetarier und kochen entsprechen, ist das auch künstlich?? Der Schweizer ist so voll von Vorurteilen anstelle man einfach mal hingeht und probiert, das Essen von Tibits schmeckt mega lecker und ist vielfältig, von mexikanisch über Indisch bis zu traditionell (Kartoffeln, Gemüse etc.), es ist einfach halt vegetarisch!
  • Adrian  Menti 23.10.2016
    Ich bin kein Freund von Hiltl und seinem Tibits Ableger die ihre überteuerten vegetarischen Speisen bald an jeder Ecke verkaufen. Als nicht Vegetarier muss ich aber sagen, dass die Speisen gut sind. Und das Gejammer der Welschen verstehe ich wieder einmal nicht. Gibt es in der Welschschweiz niemanden, der dieses Lokal mit zeitgemässen Speisen übernehmen will? Dann bitte ruhig sein. Irgendwie ist auch die Zeit der schweren, fettigen Würste etc. nur noch 1 bis 2 mal pro Jahr angebracht.
  • Pierre  Koella 22.10.2016
    Allen guten, typisch regionalen und echt schweizerischen Resttaurants geht es an den Kragen. Ich vermisse das alte, gute Behnhofbuffet in Biel. Und jetzt nehmen sie uns noch das gute Buffet von Lausanne weg... Sollen wir denn alle diese grausamen Sanwichs, Burger und Toffuspeisen essen ? Geht einmal ins Ausland, z.B. nach Lyon.. Da gibt es noch guite, alte Beizen mit netter Dekoration und schmackhafter und bezahlbarer Kost !
  • anneliese  hofer 22.10.2016
    damit ist mein liebstes bahnhofbuffet gestorben, bis jetzt war mir diese küche einen umweg wert.aber für körnlipicker food mache ich keinen umweg mehr.dieses essen schmeckt mir nicht.auch das spezielle publikum passt mit nicht. wein umd chörmli igitt!!!
  • Anna  Rusch 22.10.2016
    Es musste so manches Lokal wieder geschlossen werden, da die Gäste ausblieben...