Nach Schlammschlacht Militärpilot Hurter ist neuer ACS-Präsident

LANGENTHAL - Der Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter (52) ist mit einem Glanzresultat zum neuen ACS-Präsidenten gewählt worden. Er erhielt 114 von 118 Stimmen. Ruth Enzler schaffte die Wiederwahl in den Vorstand.

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Zum Schluss war es ein Schaulaufen für Hurter: Der Schaffhauser SVP-Nationalrat schaffte die Wahl ohne massgebliche Gegenstimmen und ohne ernsthaften Gegenkandidaten. An der Versammlung in Langenthal BE gaben 114 von 118 der Delegierten dem früheren Militär- und Linienpiloten die Stimmen. Nur eine von 18 Sektionen stimmte gegen ihn.

Hurter löst Mathias Ammann ab, der sein Amt zur Verfügung stellt. Ruth Enzler, die umstrittene Präsidentin der ACS-Sektion Zürich, schaffte die Wiederwahl in den Vorstand. Sie erhielt 72 Stimmen. 

Hurters Aufgabe wird es sein, beim Automobil Club der Schweiz (ACS) nach der Schlammschlacht im Sommer für Ruhe und Ordnung zu sorgen. «Wir müssen nun das Geschehene bereinigen und einen Neuanfang machen», sagt er zu BLICK. Keine einfache Aufgabe. Denn noch sind nicht alle Brandherde gelöscht.

Im Verbund mit dem mittlerweile geschassten Generalsekretär Stefan Holenstein hatte Enzler im Frühling versucht, den FDP-Nationalrat Christian Wassefallen als neuen Präsidenten zu installieren. Der Putschversuch flog aber auf, der Vorstand verschob die Präsidentenwahl.

Enzler und ihre Verbündeten wählten Wasserfallen gleichwohl an einer wilden Versammlung am 23. Juni zum Gegen-Präsidenten. Die Aktion geriet zum Fiasko: Ein Berner Gericht entschied Ende August, dass die Wahl Wasserfallen nichtig war. Der FDP-Vizepräsident muss sich seither vorwerfen lassen, sich mehr als zwei Monate lang mit einem falschen Titel geschmückt zu haben.

Finanziell und rechtlich ist die Affäre nicht ausgestanden. Enzler und Wasserfallen verursachten Kosten von insgesamt rund 300'000 Franken, die je hälftig beim ACS Schweiz und der Zürcher Sektion angefallen sind. Der alte Vorstand unter Ammann hat entschieden, die Kosten bei den Verursachern einzufordern. Zudem ermittelt die Berner Justiz gegen Ex-Generalsekretär Holenstein wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Holenstein wird vorgeworfen, sich widerrechtlich Pensionskassengelder zugeschanzt zu haben.

Einige Sektionen befürchten nun, dass die gesamten 300'000 Franken vom ACS Schweiz übernommen würden. Die Sektion Zürich wäre damit aus dem Schneider. Hurter will sich zu den Geldern nicht äussern. «Ich schliesse nichts aus», sagt er. Das könne er aber nicht alleine, sondern nur zusammen mit dem Vorstand entscheiden.

Hinter vorgehaltener Hand äussern einige Mitglieder ihren Unmut: «Enzler hat das geschafft, was wir nicht gehofft, aber befürchtet hatten.» Ihre Wahl sei eine Machtdemonstration der Zürcher Sektion gewesen. Weil die Wahl nicht geheim gewesen sei, hätten sich die kleineren Sektionen nicht getraut, gegen Enzler zu stimmen. Vor allem die Westschweizer und Tessiner fühlen sich düpiert. Im sechsköpfigen Vorstand sitzen nun vier Deutschschweizer und gerade mal zwei Romands. Enzler wollte am Rande der Delegiertenversammlung keine Stellung nehmen. 

Hurter muss nun versuchen, den gespaltenen Verein wieder auf einen gemeinsamen Weg zu führen. Er weiss auch schon wie damit beginnen: «Ich verlange von den Leuten, dass sie Geschehenes auch vergessen können.»

Publiziert am 16.09.2016 | Aktualisiert am 16.09.2016
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8 Kommentare
  • Arthur  Stöckli , via Facebook 16.09.2016
    Schon erstaunlich dass eine Ruth Enzler die Wahl, wenn auch schlecht, aber schafft. Mit einen solchen Verein (!!!) will ich nichts zu tun haben. Also Austritt.
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    16.09.2016
    Herzliche Gratulation Th.Hurter - Sie sind die perfekte Wahl. Viel Glück, Freude und Erfolg.
    Alexandra weber
  • Alf  Stein aus Giebenach
    16.09.2016
    Interessant, dass nur ein Politiker und Bundesangestellter dieses Presi-Amt bekleiden kann. Hr. Rietmann hat mit seiner Feststellung den Nagel auf den Kopf getroffen.
    • Juerg  Suter 16.09.2016
      Nur ist Hurter kein Bundesangestellter, er ist Nationalrat und Linienpilot.
  • Elias  Schnitzler aus St. Gallen
    16.09.2016
    Scheinbar muss das Amt sehr lukrativ sein.
    Kein Verantwortung, keine mühsame Arbeit und gut bezahlt.
    So was würde wohl jeder gerne tun.
    • Marco  Weber 16.09.2016
      Darum stürzen sich die "bürgerlichen" wohl auch so auf dieses Amt :)
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    16.09.2016
    Und ausgerechnet ein anderer Politiker soll Präsident werden. Mir scheint, National- und Ständeräte haben zu wenig zu tun, dass sie immer weitere Mandate annehmen können. Allein die Aufgabe, den ACS zu reorganisieren, wird Hurter sehr viel Zeit kosten. Wo nimmt er sich die her?
    • Michael  Thommen 16.09.2016
      Ist doch kein Problem - einfach die Sessionen im NR schwänzen. Die Kohle kommt ja trotzdem, auch wenn nichts geleistet wird. Unsere Polit-Elite weiss sehr genau wie sie sich ihr eigenes Bett macht.