Abzocke bei Flügeln Musik Hug und Krompholz müssen halbe Million zahlen

Weil sie für die Zürcher Kunsthochschule die Preise für Flügel viel zu hoch ansetzten, müssen zwei Schweizer Instrumentenhändler eine Busse bezahlen.

Herbert Fröhlich von der Tessiner Firma La Bottega del Pianoforte hat die Preisabsprache gemeldet. (Archiv) play

Herbert Fröhlich von der Tessiner Firma La Bottega del Pianoforte hat die Preisabsprache gemeldet. (Archiv)

Stefano Schröter

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Die Wettbewerbskommission büsst die Musikinstrumentehändler Musik Hug und AKHZ Management mit 528'000 Franken. Sie haben bei Klavieren und Flügeln der Hersteller Steinway & Sons und Grotrian-Steinweg horizontale Preisabsprachen getroffen und so gegen das Kartellrecht verstossen.

Wer von den beiden Gebüssten wie viel zahlen muss, verrät die Weko nicht. «Die genauen Sanktionen pro Unternehmen geben wir nicht bekannt, weil wir überwiegende Interessen der Parteien zu respektieren haben», sagt Weko-Vize Patrik Ducrey zu BLICK.

Musik Hug und AKHZ Management (ehemals Krompholz) vereinbarten untereinander Listenpreise und Rabatte für Flügel und Klaviere der beiden Hersteller. Bei der Absprache war auch die Firma La Bottega del Pianoforte beteiligt. Weil sie den Verstoss aber als erstes Unternehmen der Weko meldete, geht sie straffrei aus.

Die Hersteller selbst gaben keine Mindest- oder Festpreise vor, wie die Weko am Donnerstag mitteilte. Sie unterstützten die Preisabsprache aber durch das Drucken der vereinbarten Listenpreise. Die beiden Firmen verpflichteten sich in einer einvernehmlichen Regelung, das in Zukunft zu unterlassen.

Die Weko-Untersuchung geht auf eine Anfrage des Zürcher Hochbauamts von Ende November 2012 zurück. Die damaligen möglichen Kartellrechtsverstösse bestätigten sich nicht. Die Untersuchung förderte aber die Absprache von Listenpreisen und Rabatten zu Tage.

Das Zürcher Hochbauamt hatte seinen Verdacht in Zusammenhang mit der Beschaffung von Flügeln und Klavieren für die Zürcher Hochschule der Künste in der ehemaligen Toni-Molkerei gemeldet. (SDA/alp)

Publiziert am 07.01.2016 | Aktualisiert am 07.01.2016
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12 Kommentare
  • Peter  Leo 07.01.2016
    Wenn Musiker zum Ueben das Teuerste brauchen, müsste also zB ein Rennfahrer in jungen Jahren mindestens auf einem teuren Mercedes Spitzenmodell Fahrschule erhalten. Auch in anderen Branchen wird nicht mit dem teuersten Werkzeug geübt.
  • Noldi  Schwarz 07.01.2016
    Was hier nicht steht, ist die Tatsache, dass es sich wegen der Höhe der Beschaffung um eine internationale Ausschreibung handelte. Klavierhändler aus Deutschland wurden von den Lieferanten unter Druck gesetzt, indem man ihnen mit Lieferboykott drohte, sollten sie an der Ausschreibung teilnehmen. Die Musikhochschule Zürich hat also nicht das günstigste Angebot erhalten, sondern nur die Angebote aus der Schweiz. Die Schule wird mit Millionen Steuergeldern unterstützt.
  • Alain  Walder 07.01.2016
    Für die WEKO ist es natürlich viel einfacher und angenehmer sich Klavier-und Flügelhändler vorzuknöpfen, als sich mal an die Pharma- Riesen zu wagen und dort die seit Jahren anhaltende Schweinerei aufzuräumen. Aber eben, das ist dann halt schon ein Politikum!
  • marcel  kohli 07.01.2016
    die beiden firmen haben jahrzehnte lang genügende milionen gemacht, da spielt diese kleine genugtuung absolut keine rolle für diese beiden firmen.
    ich habe mich seit 40 jahren immer davon gehütet bei hug oder krompolz
    einzukaufen, es war schlichtweg einfach zuteuer.!!!!
  • Simon  Sieber 07.01.2016
    Was hat nun Otto-Normalverbraucher davon, der schon seinen Flügel bei Musik Hug gekauft hat? Gibt es da eine Rückerstattung ? Oder bekommt man vom WEKO einen Batzen abgetreten? Was macht WEKO mit diesem Busgeld?