Abgas-Skandal Online-Plattform kündigt Massenklage gegen VW an

Die Hamburger Online-Plattform MyRight will am 3. Januar eine Massenklage gegen den Autobauer VW einreichen.

Massenklage gegen VW: Online-Plattform geht gegen VW vor play
Der Abgas-Skandal wird VW noch lange beschäftigen. Zahlreiche Grossanleger klagen fordern vor Gericht Schadesersatz. Sie argumentieren: VW ist seiner Auskunftspflicht ihnen gegenüber nicht nachgekommen. JULIAN STRATENSCHULTE

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Es sei die erste Klage dieser Art in Deutschland. Deren Ziel: die Anerkennung «grundlegender deutscher und europäischer Konsumentenrechte» im VW-Abgasskandal, heisst es in einer Mitteilung von Rechtsdienstleister MyRight.

Die Hamburger Online-Plattform kündigt eine Massenklage im Namen Betroffener gegen den Autohersteller an. Die Klage werde am 3. Januar beim Landgericht Braunschweig eingereicht, kündigt MyRight an.

Das Unternehmen arbeitet in etwa wie eine Inkassofirma. An diese treten betroffene VW-Kunden ihre Rechte ab. MyRight formuliert eine Klage, reicht sie beim zuständigen Landgericht ein und übernimmt zunächst die Prozesskosten. Zahlt Volkswagen Schadenersatz, bekommt die Plattform 35 Prozent.

Sollten die Kunden kein Geld von VW bekommen, entstünden ihnen auch keine Kosten. Gemäss eigenen Angaben haben sich weit über 100000 VW-Kunden bereits auf der Plattform registriert.

Im Gegensatz zur USA keine Sammelklagen möglich

Sammelklagen, wie sie in den USA üblich sind, gibt es im deutschen Rechtssystem nicht. In den USA wird über eine Klage stellvertretend für alle potenziell Geschädigten entschieden. In Deutschland dagegen kann nur stellvertretend für Geschädigte entschieden werden, die auch aktiv wurden und ihre Ansprüche geltend machten.

Das Justizministerium erarbeitete nach Bekanntwerden des VW-Skandals zwar einen Referentenentwurf zur Musterfestlegungsklage. Kabinett und Bundestag müssten einen entsprechenden Gesetzentwurf aber noch beschliessen.

MyRight erklärte am Donnerstag, VW habe mit seinen Marken Audi, Skoda, Seat und Volkswagen über Jahre hinweg Konsumenten ausdrücklich bestätigt, dass die Dieselfahrzeuge «in jeder Hinsicht» mit den gültigen Rechtsvorschriften übereinstimmten. Dies sei nachweislich nicht der Fall gewesen.

Konsumenten über Jahre getäuscht

Vielmehr habe der VW-Konzern über Jahre die Konsumenten systematisch getäuscht. Jeder Käufer habe daher in Deutschland das Recht, vom VW-Konzern den Rückkauf seines betroffenen Autos zum Neupreis zu verlangen.

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in elf Millionen Dieselautos verschiedener Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. In Deutschland sind rund 2,4 Millionen Fahrzeuge betroffen.

In der Schweiz sind nach Angaben des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) rund 180'000 Autos von Marken der Volkswagengruppe mit der manipulierten Software bestückt.

In den USA bot VW vom Abgasskandal betroffenen Kunden Schadenersatz an. Der Konzern einigte sich bereits mit den US-Behörden auf Entschädigungsprogramme, die VW vermutlich etwa 16 Milliarden Dollar kosten werden. Darüber hinaus sind wegen des Skandals noch Klagen mehrerer US-Bundesstaaten sowie strafrechtliche Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Volkswagen anhängig. (SDA/uro)

Publiziert am 29.12.2016 | Aktualisiert am 09.01.2017
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10 Kommentare
  • Hans  Schmid aus Lenzburg
    30.12.2016
    Klar ist das nicht in Ordnung, was der Konzern da gemacht hat. Aber man hat hier einen Prügelknaben gefunden, auf den die ganze Welt draufhauen kann. Es ist unfair, auf diese Weise einen riesigen Arbeitgeber kaputt machen zu wollen.
    • Hans  Blattmann 30.12.2016
      Es gibt nur einen Autobauer, der auf dem Prüfstand betrogen hat. Niemand sonst hat sich so dreist verhalten. Nix mit Prügelknabe, was da an Shitstorm kommt ist zu 100 Prozent Selbstverdienst von VW. Die Frage ist nur, wann kommen die Klagen der Mitbewerber?
  • Paul  Meier 29.12.2016
    @ Elsbeth Schmid: Wer 2014 noch einen Diesel gekauft hat, ist selber schuld.
  • Daniel  Studer aus Villnachern
    29.12.2016
    Man kann das schönreden so lange man will, aber es ist ganz eibfach: VW hat betrogen - punkt!
    Offenbar schaffen Diesel die Grenzwerte nicht. Es ist Zeit diese veraltete Technik ad acta zu legen, sie gehört in die Vergangenheit.
  • Burkhard  Vetsch 29.12.2016
    Ist ja ganz klar.
    Bei den Abgaswerten regen sich die Leute auf, aber an den Feiertagen mit Raketen den Russ in den Himmel schicken!
    Klar ist, das jeder denkt, die anderen sollen schauen, Hauptsache ich habe das Vergnügen!
    Beim Lkw hat man das Problem schon lange im Griff (Harnstoff)
    Bei Raketen geht das nicht, beim Pw ist es scheinbar zu Teuer.
    Dazu kommt noch, das Dieselfahrzeuge nur für lange Fahrten von Nutzen sind.
    • Meyer  Roman aus Aarau
      29.12.2016
      Herr Vetsch, es geht bei VW um Betrug.

      Stellen Sie sich das mal vor, die Kunden die den Mitarbeiter den Lohn zahlen werden betrogen.

      Sie Entwickelten extra Software um ihre Kunden, Aktionäre, Behörden zu Betrügen.

      Eigentlich gibts das gar nicht, wir Kunden sind extrem Verärgert.









      PS: Es gent nicht um eine Feiertags-Rakete.
    • Aleksandar  Mihailov , via Facebook 29.12.2016
      Der Diesel ist noch lange nicht am Ende, die Effizienz ist immer noch unübertroffen, die firmen sollen nur nicht die käufer betrügen. Ganz schlimm sind auch Audi partikelfilter betroffen.
  • Elsbeth  Schmid 29.12.2016
    Also ich fühle mich von VW massiv betrogen. Ich habe mir im Oktober 2014 ein Dieselfahrzeug gekauft, da ich dachte die Angaben betr, sauberer Verbrennung stimmen. Nun wurde an meine VW Tiguan das Update gemacht und mein Fahrzeug sollte nun "sauber" sein. Im einem Schreiben von AMAG inkl. Sackmesserli und 100 Franken an den nächsten Service, Oelwechsel erst im Mai 2018 fällig, Gutschein gültig bis Ende Dez 2017, fühle ich nochmals betrogen. Zudem verbrauche ich gut einen Lt mehr Diesel auf 100 Km
    • Ruedi  Stricker , via Facebook 29.12.2016
      Kaufen Sie doch vor Ende 2017 bei AMAG ein zweites Dieselfahrzeug, dann können Sie den Gutschein einlösen. So jedenfalls dürfte AMAG das im Sinn haben.
    • Holger  Merk 29.12.2016
      Ich fühle mich nicht betrogen. Weil ich einer der wenigen ehrlichen Leuten bin die zugeben beim Kauf sich nicht einmal um etwaigen NOX Ausstoss informiert oder gekümmert zu haben. Alles was hier jetzt gejammert und geschrumpften wird ist billige und verlogene echauffiererei!