Weniger Lohn für Schweizer Chefs Aber sie kriegen immer noch viel Geld

  • Publiziert: 07.09.2012
play Für die Chefetagen gab es im letzten Jahr 23 Prozent weniger Lohn (Symbolbild) (Keystone)

ZÜRICH - ZH - Liegt es an der Kritik an den hohen Banker-Löhnen? Bei den Bank-Managern gingen die Gehälter bis zu 23 Prozent zurück. Doch in andern Branchen gabs mehr Geld.

Die Millionen-Löhne stehen schon lange in der Kritik. Namentlich die Boni sprengten die Toleranzgrenze vieler Bürger und einiger Politiker. Das ist mit ein Grund für Thomas Minders Abzocker-Initiative.

Als würde die kommende Abstimmung darüber schon jetzt Wirkung zeigen, gingen denn auch namentlich die Löhne von Top-Bankern zurück. Spitzenkader der grössten Schweizer Banken erhielten 2011 23 Prozent weniger Salär.

Insgesamt schrumpfte die Lohnmasse für die Mitglieder der Geschäftsleitung und Verwaltungsräte der 100 grössten Schweizer Unternehmen um 6 Prozent auf 1,54 Milliarden Franken. Dies ergab die jährlich durchgeführte Studie der Anlegerstifung Ethos, die am Freitag in Zürich vorgestellt wurde.

Pharma zahlt noch mehr als vorher

Andere Branchen legen dagegen weiterhin zu: Das Pharmaunternehmen Novartis war bei der Entlöhnung ihrer Spitzenmanager am grosszügigsten: Konzernchef Joe Jimenez (15,7 Mio. Fr.) und Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella (13,5 Mio. Fr.) wiesen die höchsten Löhne auf. Auf Platz drei lag Severin Schwan, Geschäftsleiter von Novartis-Konkurrent Roche.

Weit zurückgefallen ist hingegen der letztjährige Spitzenverdiener, CS-Konzernchef Brady Dougan. Sein Einkommen schrumpfte um mehr als die Hälfte auf 5,8 Mio. Franken.

Der grösste Lohnanteil sind Boni

Der grössere Teil der Vergütungen für Mitglieder der Geschäftsleitung war variabel. Der Anteil dieser Boni an der gesamten Vergütung belief sich bei den im Swiss Market Index (SMI) vertretenen Unternehmen des Finanzsektors auf durchschnittlich 72 Prozent. Als positiv bewertete Ethos, dass der in Aktienoptionen abgegoltene Vergütungsanteil weiter gesunken sei.

Laut der Stiftung hielten sich die Konzerne zum Thema Managerlöhne aber weiterhin eher bedenkt: Viele Unternehmen veröffentlichten nicht mehr Informationen als gesetzlich verlangt. Dort wo die Generalversammlung fakultativ über die Managementvergütungen abstimmte, stellte Ethos generell eine bessere Transparenz fest. (SDA/zum)

Beliebteste Kommentare

  • Jaeger
    Sie kriegen vielleich viel Geld aber keiner von uns muss diesen Leuten Lohn zahlen ausser er ist da Aktionär oder Kunde, was freiwillig ist.
    Die Chefs der SBB, des Schweizer Fernsehens oder der UNIA z.B. erhalten ihre grossen Löhne und zwar zwangsfinanziert von uns. Das gehört mal untersucht!

    Wieso muss ich per 400 Franken Billag Zwangsgebühren einen Herr De Weck mit 700000 CHF unterstützen der nichts anderes macht
    als täglich die Werbeglocke für die EU zu läuten?
    • 07.09.2012
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  • Roger  Schatz
    Ich kann nicht verstehen, warum immer gegen hohe Löhne aus Sicht der Arbeitnehmer gehezt wird. Einen hohen Lohn zu verhandeln erachte ich als Tugend. Wenn man etwas dagegen haben kann, dann nur aus Arbeitgebersicht. So gesehen gibt es auch keine "Abzocker" sondern höchstens solche dumm genug sind einen überhöhten Lohn auszubezahlen. Aus Arbeitnehmersicht ist jeder noch so hohe Lohn zu rechtfertigen. Hohe Löhne sind der Motor unserer Wirtschaft, die Karrotte die uns antreibt. Leistung muss sich lohnen. Ansonsten muss man sich zwansläufig selbständig machen.
    • 07.09.2012
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Alle Kommentare (3)

  • Roger  Schatz
    Ich kann nicht verstehen, warum immer gegen hohe Löhne aus Sicht der Arbeitnehmer gehezt wird. Einen hohen Lohn zu verhandeln erachte ich als Tugend. Wenn man etwas dagegen haben kann, dann nur aus Arbeitgebersicht. So gesehen gibt es auch keine "Abzocker" sondern höchstens solche dumm genug sind einen überhöhten Lohn auszubezahlen. Aus Arbeitnehmersicht ist jeder noch so hohe Lohn zu rechtfertigen. Hohe Löhne sind der Motor unserer Wirtschaft, die Karrotte die uns antreibt. Leistung muss sich lohnen. Ansonsten muss man sich zwansläufig selbständig machen.
    • 07.09.2012
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  • Mario  Loertscher , Begnins
    Diese Herren leben immer noch in einer eigenen Welt. Ein kurzers Beispiel; Kursvergleich Novartis 09/2002 - 09/2012 = ./. 7,75 Prozent. Das soll noch jemand sagen Herr Vasella hätte auserordentliches geleistet. Das einzig ausserordentliche ist sein seit Jahren überrissenes Gehalt. Gebt dem Typen 2 Mio, mehr verdient er nicht. Wie gesagt, ein Beispiel unter vielen. Bei der UBS, CS usw..usw. sieht das Resultat noch viel schlimmer aus. Wann bestimmen endlich die Aktionäre über die Gehälter dieser Herren ?
    • 07.09.2012
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  • Jaeger
    Sie kriegen vielleich viel Geld aber keiner von uns muss diesen Leuten Lohn zahlen ausser er ist da Aktionär oder Kunde, was freiwillig ist.
    Die Chefs der SBB, des Schweizer Fernsehens oder der UNIA z.B. erhalten ihre grossen Löhne und zwar zwangsfinanziert von uns. Das gehört mal untersucht!

    Wieso muss ich per 400 Franken Billag Zwangsgebühren einen Herr De Weck mit 700000 CHF unterstützen der nichts anderes macht
    als täglich die Werbeglocke für die EU zu läuten?
    • 07.09.2012
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