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Für die Chefetagen gab es im letzten Jahr 23 Prozent weniger Lohn (Symbolbild) (Keystone)
ZÜRICH - ZH - Liegt es an der Kritik an den hohen Banker-Löhnen? Bei den Bank-Managern gingen die Gehälter bis zu 23 Prozent zurück. Doch in andern Branchen gabs mehr Geld.
Die Millionen-Löhne stehen schon lange in der Kritik. Namentlich die Boni sprengten die Toleranzgrenze vieler Bürger und einiger Politiker. Das ist mit ein Grund für Thomas Minders Abzocker-Initiative.
Als würde die kommende Abstimmung darüber schon jetzt Wirkung zeigen, gingen denn auch namentlich die Löhne von Top-Bankern zurück. Spitzenkader der grössten Schweizer Banken erhielten 2011 23 Prozent weniger Salär.
Insgesamt schrumpfte die Lohnmasse für die Mitglieder der Geschäftsleitung und Verwaltungsräte der 100 grössten Schweizer Unternehmen um 6 Prozent auf 1,54 Milliarden Franken. Dies ergab die jährlich durchgeführte Studie der Anlegerstifung Ethos, die am Freitag in Zürich vorgestellt wurde.
Andere Branchen legen dagegen weiterhin zu: Das Pharmaunternehmen Novartis war bei der Entlöhnung ihrer Spitzenmanager am grosszügigsten: Konzernchef Joe Jimenez (15,7 Mio. Fr.) und Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella (13,5 Mio. Fr.) wiesen die höchsten Löhne auf. Auf Platz drei lag Severin Schwan, Geschäftsleiter von Novartis-Konkurrent Roche.
Weit zurückgefallen ist hingegen der letztjährige Spitzenverdiener, CS-Konzernchef Brady Dougan. Sein Einkommen schrumpfte um mehr als die Hälfte auf 5,8 Mio. Franken.
Der grössere Teil der Vergütungen für Mitglieder der Geschäftsleitung war variabel. Der Anteil dieser Boni an der gesamten Vergütung belief sich bei den im Swiss Market Index (SMI) vertretenen Unternehmen des Finanzsektors auf durchschnittlich 72 Prozent. Als positiv bewertete Ethos, dass der in Aktienoptionen abgegoltene Vergütungsanteil weiter gesunken sei.
Laut der Stiftung hielten sich die Konzerne zum Thema Managerlöhne aber weiterhin eher bedenkt: Viele Unternehmen veröffentlichten nicht mehr Informationen als gesetzlich verlangt. Dort wo die Generalversammlung fakultativ über die Managementvergütungen abstimmte, stellte Ethos generell eine bessere Transparenz fest. (SDA/zum)
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