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Sie gehört zu den umstrittensten Firmen im Land: die Billag. Sie treibt für die SRG 1,1 Milliarden Franken Gebühren ein – 462 Franken pro Haushalt und Jahr. Damit ist der Empfang der staatlichen Radio- und TV-Programme nirgendwo so teuer wie in der Schweiz.
Vielen ist das zu teuer. Sie melden sich nicht an. Aber Schwarzseher und -hörer leben riskant. Die Billag führt pro Jahr rund 200‘000 Kontrollen durch. Dabei gehen den Fahndern immer mehr Gebührenverweigerer ins Netz.
Das zeigen die neusten Zahlen, die SonntagsBlick vorliegen. 2010 machte die Billag 783 Anzeigen an das Bundesamt für Kommunikation – ein neuer Rekordwert. Vor fünf Jahren zeigte das SRG-Inkasso-Unternehmen erst 150 Haushalte an.
Den 783 Haushalten, die sich weiterhin weigern, ihren Beitrag für den Mediengiganten SRG zu zahlen, drohen saftige Bussen: Erhärtet sich der Verdacht, zahlen sie bis zu 5000 Franken Strafgebühr.
Offensichtlich hat es die Billag mit immer renitenteren Konsumenten zu tun. Sie verweigern sich der Aufforderung der Billag-Kontrolleure, sich anzumelden – und nehmen eine Anzeige beim Bakom in Kauf. «Der Grund für die Zunahme der Anzeigen liegt darin, dass sich weniger Haushalte sofort beim Besuch der Billag angemeldet haben», bestätigt Bakom-Sprecherin Deborah Murith.
Der Handlungsspielraum der 40 Schwarzseher-Jäger ist beschränkt. Eine Wohnung dürfen sie nicht betreten – ausser die Mieter oder Hauseigentümer erlauben dies ausdrücklich.
Auf viel Sympathien können die Kontrolleure nicht zählen. Das zeigt die Mitte Januar lancierte Online-Petition «Gebührenmonster.ch» der Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. Sie verlangt eine massive Reduktion der TV-Gebühren. Wichtig sei jetzt, eine Diskussion über Umfang und Zweck des Service-public-Auftrags der SRG zu lancieren. Seit dem Start haben 131‘500 Personen die Forderung unterschrieben.
Die SRG-Kritiker bekommen jetzt sogar Unterstützung aus dem Bundesrat. Verteidigungsminister Ueli Maurer sagte im Gespräch mit SonntagsBlick, eine Reduktion der Gebühren würde das Fernsehen zwingen, sich auf den «qualitativen Kern» zu konzentrieren. Die Macht, «um nicht zu sagen die Arroganz, die das Fernsehen hat», sei letztlich nicht gut für die Schweiz (siehe unten).
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Die Billag treibt jedes Jahr 462 Franken Radio- und TV-Gebühren ein. Wer nicht zahlt, riskiert eine Busse. (sda)