686 Einsprachen in China, Indien und Argentinien Die Schweiz jagt jetzt Swissness-Sünder auch im Ausland

Nicht nur in der Schweiz geht es Firmen neu an den Kragen, die sich als schweizerisch anpreisen, ohne den Grossteil des Produkts hier herzustellen. Ab Juli wird die Jagd auf die wichtigsten Absatzmärkte ausgeweitet.

Vielfach kopiert: Schweiz jagt ausländische Swissness-Sünder play
Thomy-Mayonnaise darf seit diesem Jahr kein Schweizerkreuz mehr auf der Verpackung haben.  GAETAN BALLY

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Schweiz gleich Qualität, sagen sich im Ausland viele. Kein Wunder, wimmelt es auf der ganzen Welt nur so von Produkten, die auf verschiedenste Arten vom Schweiz-Image profitieren wollen: zum Beispiel mit einem Schweizerkreuz auf der Verpackung oder mit einem «Swiss» oder «Suizo» im Namen. 

Damit soll Schluss sein. Nicht nur hierzulande soll sich keiner mit Schweizer Federn schmücken dürfen, der es nicht verdient hat. Das Institut für Geistiges Eigentum (IGE) jagt im Auftrag des Bundes Swissness-Sünder im Ausland, wie der «Tages-Anzeiger» heute schreibt. Hintergrund: Seit 1. Januar 2017 sind die neuen Swissness-Regeln in Kraft, die verlangen, dass Rohstoffe aus der Schweiz bei Lebensmitteln mindestens 80 Prozent des Gewichts ausmachen. Darum musste beispielsweise Nestlé das Schweizerkreuz bei der Thomy-Mayonnaise entfernen.

Argentinien, China und Indien im Fokus

Im Rahmen eines Pilotversuchs überwacht das IGE bereits seit vier Jahren die Produkte in China (inklusive Hongkong), Argentinien und Indien. Insgesamt reichte das IGE 686 Einsprachen ein, von denen 165 gutgeheissen wurden.

Der «Tages-Anzeiger» nennt das Beispiel einer chinesischen Kosmetikmarke mit dem Namen «Super Gesundheit». Auf der Verpackung prangt ein Schweizerkreuz – obwohl die Marke nichts mit der Schweiz zu tun hat. In solchen Fällen mahnen die Markenwächter die Sünder erst ab. Folgt keine Reaktion, intervenieren sie bei den nationalen Behörden.

Jagd wird ausgeweitet

Jetzt wird die Aktion ausgeweitet. Ab Juli überwacht das IGE auch die Markenregister in den wichtigsten Absatzmärkten für Schweizer Produkte: in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und den USA. Ausserdem wird auch das Europäische Amt für geistiges Eigentum in Alicante (Spanien) im Fokus stehen. (stn)

Publiziert am 09.01.2017 | Aktualisiert am 10.01.2017
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17 Kommentare
  • Urs  Hagen 09.01.2017
    Die Thomy Produkte in der Schweiz, ja dürfen die das Schweizer Kreuz tragen? Mindestens der Preis ist ja 100 Prozent in der Schweiz hergestellt aus Schweizer Franken.
  • ernst  hofmann aus bäch
    09.01.2017
    wie soll das Trikot der schweizernati aussehn?( Halbmond,adler und kreuz)
  • Alex  Müller aus Thalwil
    09.01.2017
    Unser Unternehmen lässt in Italien produzieren (mit CH-Kreuz und Swiss Made Logo) und verkauft es hier. Keiner hats bisher gemerkt und niemanden störts. Die Geschäftsleitung freuts und wir Mitarbeiter sind still.
  • Mike  Egger 09.01.2017
    Bitte auch alle Spitäler, Rettungswagen, Sanitäter und Pistenhelfer in den USA und Kanada verklagen. Diese tragen alle eindeutige das Schweizer Kreuz weisses Kreuz auf rotem Grund) an Ihren Kleidern, Fahrzeugen und Gebäuden. Hier ist auch sicher kein Bezug bzw. keine Schweiz beinhaltet.
    • Hedi  Tell aus Altdorf
      09.01.2017
      Der Grund dafür ist, dass das Signet des Roten Kreuzes als Markensignet geschützt ist und darum nicht einfach von jedem Sanitätsposten benutzt werden darf. Das Rote Kreuz achtet da sehr pingelig drauf, unter anderem deshalb, um die Bedeutung des Signets in Kriegsgebieten zu schützen. Sie würden sich wundern, in wie vielen Ländern das Schweizer Kreuz gar nicht mit der Schweiz in Verbindung gebracht wird.
    • Philipp  Bloecker 10.01.2017
      Totaler Blödsinn. Weder in den USA noch in Kanada wird ein Kreuz als Erkennungzeichnen von Hospitälern oder Medical Respondern benutzt, Tatsächlich ist das dort geläufige Symbol der «Star of Life»: Ein blauer Stern mit weisser Schlange und Aesculap-Stab. Nur mal so.
      Abgesehen davon ist es ja wohl grotesk, bei jedem Kreuz gleich einen Bezug zur Schweiz herzustellen zu wollen. Ein Kreuz bleibt in erster Linie ein Kreuz. Aber schön, wofür Sie so Rettungsdienste und Krankenhäuer verklagen wollen.
  • Thomas  Hager aus Luzern
    09.01.2017
    Man sollte der UBS und der CS das Swiss aus dem Namen streichen. Diese Banken tätigen einen Grossteil ihrer Geschäfte mit und im Ausland und haben dem Renommee der Schweiz nachhaltig geschadet aber die sind ja "to big to fail", und haben eine starke Lobby.