600 Poststellen machen zu – Gewerkschaft sauer «Der Service wird leiden»

BERN - Die Post baut um. 1200 Mitarbeiter sind davon betroffen. Das kommt bei der Gewerkschaft Syndicom sehr schlecht an.

Post schliesst 600 Stellen: Gewerkschaft Syndicom sieht Schaden play
Die Post will bis zu 600 Poststellen schliessen. MARTIN RUETSCHI

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Die WTO in Genf zittert Machtlos gegen Trump
2 Grossbank macht Jagd auf Studentinnen UBS gibt Schminkkurse
3 Schwere Zeiten für Kassiererinnen Jeder Dritte scannt bereits selbst

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
11 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Die Post hat alle überrascht. Heute hat der Konzern bekannt gegeben, dass in den nächsten vier Jahren Poststellen abgebaut werden – dafür gibt es künftig mehr Postagenturen (etwa in Volg-Läden) und mehr Aufgabe- und Abholstellen. Unter dem Strich gebe es aber mehr Zugangsmöglichkeiten, heisst es. 

Von dem Umbau könnten 1200 Mitarbeiter betroffen sein. Bei der Gewerkschaft Syndicom läuten die Alarmglocken: «Es wird zu Entlassungen kommen, das ist klar», sagt Sprecher Christian Capacoel zu BLICK.

Wenn man 40 Prozent der Poststellen streiche, könne man nicht alle Angestellten anders unterbringen, erklärt Capacoel. «Die Post bringt eine Veränderung nach der anderen, überlegt sich aber nicht, wie man die Angestellten in diesen neuen Dienstleistungen integrieren kann.»

Post schliesst 600 Stellen: Gewerkschaft Syndicom sieht Schaden play
Syndicom-Sprecher Christian Capacoel

Arbeit günstig auslagern

Auch, dass die Post ihre Dienste vermehrt an Agenturen auslagert, kommt bei Capacoel schlecht an: «Die Post macht Gewinn. Und will Dienstleistungen trotzdem mit Niedriglohn-Angestellten erbringen.» Hier gebe es grosse Differenzen zwischen der Gewerkschaft und dem Management der Post. «Wir haben nichts gegen Verbesserungen des Kundenservice». Aber der Service müsse mit den Leuten betrieben werden, die heute bei der Post arbeiteten.

Für den Gewerkschafter ist zudem klar: «Mit diesen Projekten kann nicht der gleiche Service geboten werden.» Das sei schlicht illusorisch. «Eine Postagentur bietet nicht die gleichen Dienstleistungen wie eine Poststelle.»

Darum kommt Capacoel zum Schluss, dass jetzt die Politik neue Rahmenbedingungen definieren müsse. «Das ist man der Bevölkerung schuldig.»

Publiziert am 26.10.2016 | Aktualisiert am 02.11.2016
teilen
teilen
11 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

8 Kommentare
  • Martin  Matin 26.10.2016
    Seit Frau Ruoff Postchefin Ist, geht es nur noch Bergab mit der CH-Post.
  • Albin  Pfister aus Malvaglia
    26.10.2016
    Das sollen sie machen. Es ist als Gegenleistung die volle Freizügigkeit anzustreben, damit alternative Anbieter den Markt übernehmen können.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    26.10.2016
    Ich kann der Argumentation nicht folgen. Der VOLG hat die längeren Öffnungszeiten und das Zwängligestell an der Kasse ist auch reichhaltiger bestückt. Im übrigen halte ich es wie Herr Capacoel: Möglichst viel verdienen, am Internet billig bestellen, mit dem DHL gratis anliefern und beim Nachbarn abgeben lassen und mich aufregen, wenn die Poststelle, welche ich vielleicht einmal im Jahr benötigen würde, plötzlich nicht mehr da ist. Im Widerspruch leben ist schön, einfach und einfach schön!
  • Philipp  Rittermann 26.10.2016
    der service leidet schon seit geraumer zeit. bei uns im dorf wurde die äh-poststelle... nun in den volg verlegt. es ist ganz klar. das luxus-mänätschment der geschützten werkstatt "post" profitiert so ganz ohne innovation und dienstleistungen. man muss ihn privatisieren, den saftladen. wobei. das einzige, was ich frau ruoff und ihrem äh..führungsstab vorwerfen kann ist, dass sie sich getrost auf der "bundes-komfortzone" weiterhin ausruhen und ungeniert selbstbereichern darf.
  • Philipp  Rittermann 26.10.2016
    nun. es ist halt einfach für eine frau ruoff und konsorten - sich vermeintliche kundenbedürfnisse schön zu reden und hieraus eine legitimation für (dienstleistungs)-abbau zu generieren. es entspricht halt simpel und einfach der heutigen "mänätscher-kaste". und da ich die gummibärli auch weiterhin nicht auf der post kaufen möchte, bin ich auch hier dafür, den laden zu privatisieren. dann werden auch frau ruoff und konsorten die komfort-zone des bundes verlassen müssen, was nichts als richtig wäre