244'000 Briefe kamen zu spät

  • Publiziert: 30.06.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – Die Kontrollbehörde PostReg schaut den Schweizer Pöstlern auf die Finger. Diese sind – auch wegen des Brief-Monopols – nicht immer flink genug.

Die Qualität der postalischen Grundversorgung hat im letzten Jahr erneut abgenommen. Dies stellt die Postregulationsbehörde PostReg in ihrem Jahresbericht fest. Leiter Marc Furrer glaubt, dass mehr Wettbewerb dem Business Beine macht.Die Behörde des Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) zählte 244000 Inland-Briefe, die 2008 zu spät bei ihren Empfängern eintrafen:121000 oder 4,1 Prozent der A-Post-Briefe waren unpünktlich, im Vorjahr nur 2,9 Prozent.Bei der billigeren B-Post waren 123000 Briefe – ebenfalls 4, 1 Prozent – zu langsam.Für PostReg ist diese Leistungsverschlechterung durch Anlaufschwierigkeiten der neuen Briefzentren in Härkingen SO und in Eclépens VD zwar erklärbar – «aber dennoch unerfreulich».Kritisch betrachtet die Kontrollinstanz auch, dass die Briefkästen neu schon am Vormittag geleert werden. In Kombination mit dem Zustell-Projekt «Zeitfenster» (siehe Kasten) könnte dies die Reise eines A-Post-Briefes auf zweieinhalb Tage ausdehnen, ohne als verspätete Zustellung zu gelten.Paketmarkt im AufwindBesser sieht es im Paketmarkt aus. Die Laufzeit bei Priority-Paketen verbesserte sich von 97,6 auf 98 Prozent, bei Economy-Paketen von 97,5 auf 98,7 Prozent. Für den seit 2004 vollständig liberalisierten Paketmarkt sei das eine kontinuierliche Qualitätszunahme.Wie die PostReg festellt, nimmt die Zuverlässigkeit der Post im Wettbewerb zu. Im Monopol hingegen, zu dem bis zum 1. Juli Briefe bis unter 100 Gramm gehören, hat sich der Dienst verschlechtert. Dabei verdiente die Post mit den Monopoldiensten mehr – rund 292 Millionen Franken gegenüber 223 Mio. im Vorjahr.Gute Noten für PrivateDie Behörde attestiert auch den privaten Postanbietern gute Arbeitsbedingungen. Für praktisch alle Mitarbeitenden gelte ein Mindestjahreslohn von 42000 Franken brutto. Die Regelarbeitszeit liege bei 43 Stunden pro Woche. Für Lastwagenfahrer ist eine Höchstarbeitszeit von 46 Stunden branchenüblich.Laut Marc Furrer verfolgt die PostReg aufmerksam, wie Poststellen ausgelagert werden können. Ende 2008 gab es noch 2408 Poststellen. Das Angebot von «Post im Dorfladen» sei im internationalen Vergleich gering. Die Vorgabe sei, dass 90 Prozent der Poststellen in 20 Minuten erreichbar sein sollten. (SDA/dip)Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen der Post? Was läuft rund, was könnte besser sein? Schreiben Sie uns!

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