2016 werden weitere 10'000 Jobs gestrichen Alstom-Kahlschlag ist erst der Anfang

1300 Alstom-Büezer haben gestern ihren Job verloren. Gewerkschafter rechnen künftig mit weiteren Horrormeldungen. Viele Firmen überlegen sich, ob sie überhaupt noch in der Schweiz produzieren wollen.

Schwerer Gang: Hunderte Alstom-Angestellte wurden in Baden über ihre Zukunft informiert. play

Schwerer Gang: Hunderte Alstom-Angestellte wurden in Baden über ihre Zukunft informiert.

Siggi Bucher

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Weil sie gratis sind Zalando-Rücksendungen sorgen für Export-Wunder!
2 Bündner Luxushotel für 40 Millionen saniert In diesem Bett kostet die...
3 VCS kontert Flixbus-Chef Schwämmlein «Der Zug ist zehn Mal ökologischer»

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
30 shares
64 Kommentare
Fehler
Melden

Was für ein trauriger  Start ins Wirtschaftsjahr: Gestern wurden 1300 Alstom-Angestellte entlassen. Ein harter Schlag für die Betroffenen und den Kanton Aargau. Ist das erst der Anfang?

Für Christian Gusset (45) ist klar, dass die Schweizer Industrie vor einem schwierigen Jahr steht. «2015 haben sich viele Firmen noch mit unwirksamen Arbeitszeitverlängerungen und dergleichen über Wasser gehalten», sagt der Unia-Gewerkschafter.

«Jetzt geht es so richtig an die Substanz. Viele stellen sich die Frage, ob sie überhaupt noch hier produzieren sollen.» Vor allem Firmen, die einen Sitz im Ausland haben, würden diese Standorte auf Kosten der Schweizer Niederlassungen ausbauen. Und Jobs umsiedeln.

KMU sind der Krise ausgesetzt

«Ich rechne damit, dass 2016 weitere 10'000 Jobs abgebaut werden», sagt Gusset. Die Schuldigen sind für ihn schnell gefunden. Die Nationalbank mit der Aufhebung des Euromindestkurses. Und die Politik, die sich zu wenig für den Industriestandort Schweiz einsetzt. Hartes Brot essen würden auch die Zulieferer. «KMU sind der Krise am direktesten ausgesetzt», sagt Unia-Mann Gusset.

Mathias Regotz (38), Leiter Sektor Industrie der Syna, rechnet mit weiteren Schreckensmeldungen aus der Industrie. «Zu ganz grossen Kahlschlägen wie bei Alstom wird es wohl aber nicht mehr kommen», sagt er. Entscheidend sei aber, wie sich die weltweite Konjunktur entwickelt. Kein Wunder: 80 Prozent der Schweizer Produktion geht in den Export.

«Bis Ende Jahr läppert sich etwas zusammen»

Dafür würden Firmen, die bereits im Ausland tätig sind, in der Schweiz vermehrt Jobs verlagern. «Pro Firma vielleicht zehn, 15 Stück. Das macht keine grosse Schlagzeilen. Ende Jahr läppert sich da aber ganz schön etwas zusammen», sagt er.

Längst seien nicht mehr nur einfachere Produktionsarbeiten betroffen. «Wie bei Alstom werden auch Jobs in der Administration und teilweise sogar in der Entwicklung ausgelagert. In Länder, wo die Arbeit billiger ist», sagt er.

Publiziert am 14.01.2016 | Aktualisiert am 14.01.2016
teilen
teilen
30 shares
64 Kommentare
Fehler
Melden

64 Kommentare
  • Aschi  Roth 14.01.2016
    Das hier ist ein gutes Beispiel, dass die Banken regieren. Ich frag mich nur, was man dem Jordan am letzten Bilderbergertreffen in Auftrag gab.
  • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
    14.01.2016
    So, so..Gusset macht sich sorgen für 10k Arbeitsplätze die möglicherweise verloren gehen.
    Dabei müsste er sich mehr um die auch heuer warscheinlich wieder 60k oder mehr Nettozuwanderer sorgen welche die neu geschaffenen Arbeitsplätze auf Kosten der hier schon Arbeitslosen und Ausgesteuerten belegen wollen.
  • Xaver  Arnet 14.01.2016
    Unser Wirtschaftsminister, BR Johann Schneider-Ammann, zeigt ein gewisses Verständnis für diese katastrophale Situation. Der Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, Heinz Karrer, hat gemäss seiner Aussage in der Rundschau vom 13.01.2016 aus den Medien über diesen Personalkahlschlag erfahren. Als Aussenstehender bekommt man hier den Eindruck, dass man sich schon vor dem Match mit einem kampflosen Forfait abgibt. Sicher haben wir in der Schweiz gewisse Nachteile, aber auch Vorteile!
  • stan  laurel 14.01.2016
    ich glaube, das wird alles noch viel schlimmer. kürzlich erschien auf der Frontseite des Beobachters ein Flüchtlingsbild mit dem Vermerk "wir wollen keine Sozialhilfe sondern Arbeit". Soweit so gut, die Wirtschaft wird sich jedoch die jetzige Situation zu nutze machen, natürlich zu Lasten von........ leider sind das die Facts.
  • Gianni  Mora aus Zürich
    14.01.2016
    Jetzt müsste der BR mit der Nationalbank eine Krisensitzung abhalten und der Gegebenheiten rasch Abhilfe schaffen...weiter schlafen..und so tun als ob...nützt niemandem...CHF 1.20 zum Euro würde sicher wieder Abhilfe schaffen!!!!!!!!!!