18 Milliarden! Der Atomausstieg braucht ein erneuertes Stromnetz

Doris Leuthard treibt die Energiewende voran. Sie will das Stromnetz massiv ausbauen.

Um für den Atomausstieg gewappnet zu sein, will Energieministerin Doris Leuthard das Stromnetz anpassen und ausbauen. play

Um für den Atomausstieg

gewappnet zu sein, will

Energieministerin Doris

Leuthard das Stromnetz

anpassen und ausbauen.

AP Photo/Heribert Proepper

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Mit PR-Offensiven vor und hinter den Kulissen versucht die Atomlobby derzeit krampfhaft, den Ausstieg schlechtzureden und rückgängig zu machen. Energieministerin Doris Leuthard (CVP) lässt sich jedoch nicht beirren. Sie treibt die Energiewende zügig voran.

Rund 18 Milliarden Franken sollen laut Plänen des Bundesrats bis ins Jahr 2050 in den Ausbau des Schweizer Stromnetzes investiert werden.

Das ist vor allem nötig, weil die Erneuerung des Netzes unter Leuthards Vorgängern vernachlässigt wurde. Schon heute ist das Netz oft am Anschlag.

Zum anderen werden künftig wegen des Atomausstiegs und der Umstellung auf erneuerbare Energien immer mehr kleinere, dezentrale Anlagen auf das Stromnetz zugreifen, wie das Departement Leuthard klarmacht. Das wird kompliziert, es braucht grössere Kapazitäten.

In seiner Strategie Stromnetz will der Bundesrat darum Übertragungsnetz und Verteilnetze erneuern und ausbauen. Für das Übertragungsnetz rechnet der Bund mit Ausbaukosten von bis zu 2,7 Milliarden. Plus vier Milliarden für die Erneuerung. Der Ausbau der Verteilnetze könnte mit bis zu 12,6 Milliarden zu Buche schlagen. Wobei diese Kosten dank intelligenten Steuerungen etwas reduziert werden könnten, heisst es.

Um die Stromnetze schnell ausbauen zu können, will Leuthard die Bewilligungsver­fahren beschleunigen. Rechtsmittelverfahren sollen verkürzt und die Möglichkeiten, beim Bundesgericht Beschwerde einzureichen, eingeschränkt werden.

Bei Leuthards Offensive für das Stromnetz und die Energiewende geht es jetzt Schlag auf Schlag. In den nächsten Wochen will sie das Gespräch mit den ­Akteuren suchen, also etwa der Strombranche. Mit der Vernehmlassungsvorlage zur Energiestrategie 2050 im Sommer folgen erste Gesetzesentwürfe, danach die konkretisierte Stromnetz-Strategie.

Publiziert am 24.05.2012 | Aktualisiert am 23.05.2012
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11 Kommentare
  • Daniel  Zaugg 24.05.2012
    Für die heutige Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass eine absolut zuverlässige und günstige Energieversorgung zur Verfügung steht. Von diesem Standpunkt aus betrachtet sind 18 Milliarden eine enorme Investition. Dazu kommt ja noch die imense Summe für die Stillegung der AKW plus die Erschliessung der alternativen Energiequellen. Die nachhaltige und sichere Energieversorgung ist es jedoch Wert, diese Investition zu tätigen. Das Verpuffen von unwiederbringlichen, in naher Zukunft verbracuhter fosilen Energieträgern und das Anhäufen von unkontrollierbaren und gefährlichen Abfällen, welche für Tausende von Jahren die nachkommende Menschheit beschäftigen werden, wird dereinst in den Geschichtsbüchern stehen. Das Zeugnis einer Gesellschaft, welche dabei war den Bezug zur Realität zu verlieren. Sorgen wir nun gemeinsam dafür, dass uns diese Kehrtwende glückt. Es geht um mehr als nur um den Atomausstieg!
  • Meier  Fritz 24.05.2012
    Gut so! Wir sollten unsere Steuergelder lieber in solche wichtigen Dinge wie etwa die Stromversorgung investieren, als in Spielzeug-Fliegerli für unsere immer noch viel zu teure Armee!
  • Daniel  Huber 24.05.2012
    Das wehement veraltete Stromnetz wurde von uns Endverbrauchern schon mehrmals durch Gebühren bezahlt und wurde nie erneuert. Diese Kosten gehen nicht wie vorgegaukelt auf Kosten der Alternativenergien! Darum ist kein Strompreisaufschlag nötig, ausser das Geld wäre heimlich in falsche Kanäle geleitet oder abgezwackt worden.
  • Meier  Daniel 24.05.2012
    in den nächsten Wochen will sie das Gespräch mit den Akteuren suchen aber Milliarden hat sie schon mal verplant? Leider darf man nicht schreiben was man über unsere Politiker denkt.
  • rolf  sulzer 24.05.2012
    das ist "gekonnte" politik vom "feinsten" wie die frau leuthard mit dem schweizer volk umgeht. da verkündet sie vor nicht allzulanger zeit, die "sensationelle" botschaft des ausstiegs aus den akws. wie immer, ohne etwas detaillierteres und kostenmässiges nachzuschieben, in welchem zeitraum dies auf kosten der steuerzahler, überhaut machbar ist und ob noch andere als sie selbst, die es ja nicht betrifft, damit einverstanden sind. schon jetzt geht der streit los über die milliarden investitionen und das gezänke ob, wie, wo, was, wie viel usw. diese lapidare aussage wird das schweizer volk noch einiges kosten.