14 Milliarden im Spekulations-Tresor

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Werner Vontobel

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist im Aktienhandel grössere Risiken eingegangen als alle anderen Kantonalbanken zusammen.

Saurer, Unaxis, Sulzer, Ascom, Converium – immer wenn eine dieser Firmen in einen Übernahmekampf verstrickt wurde, mischten die ZKB und ihr Chef Hans Vögeli (59) mit. Das zeigt sich auch in deren Bilanz: Auf 11,2 Milliarden Franken beliefen sich Ende 2006 die Handelsbestände. Das ist fast viermal so viel wie bei allen anderen Kantonalbanken zusammen.

Aber dann ging es erst richtig los: Ab Januar 2007 besass die ZKB zeitweise 23 Prozent von Oerlikon. Heute sind noch 19,6 Prozent gemeldet, was einem Anteil am Firmenwert von rund zwei Milliarden Franken entspricht. Bei Ascom und Sulzer meldete die ZKB Anteile von 16,5 bzw. 8,5 Prozent. Bei Converium waren es knapp fünf Prozent. Insgesamt dürften die Handelsbestände der ZKB zeitweise die Grenze von 14 Milliarden Franken oder 200 Prozent des Eigenkapitals überschritten haben.

Ist das gefährlich? Dazu meint ZKB-Sprecher Urs Ackermann: «Unsere Handelsgeschäfte sind voll abgesichert. Im Verhältnis zur Gewinnchance ist das Risiko minim.»

Andere sehen es anders. Professor Martin Janssen vom Swiss Banking Institute der Uni Zürich meint: «Hohe Gewinnchancen sind immer mit hohen Risiken verbunden.» Genau deshalb hat Professor Beat Bernet als Präsident der Zuger Kantonalbank dafür gesorgt, dass diese ihre Handelsbestände auf zwei Millionen Franken halbiert hat.

Ende 2006 wies die ZKB 79 Prozent aller Handelsbestände der 24 Kantonalbanken aus. Der ZKB-Anteil an den Handelserträgen belief sich auf 51 Prozent (BCV: Banque Cantonale Vaudoise).

Top 3

1 Risse bei A380, kaputter Dreamliner Brechen unsere Super-Flieger...bullet
2 Steuerstreit Die UBS rückte Daten der Konkurrenz rausbullet
3 Petroplus Die grösste Zocker-Aktie der Schweizbullet

Wirtschaft