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Der Amok-Schütze von Biel hält die Schweiz in Atem. Seit Mittwochmorgen wehrt sich Peter Kneubühl gegen eine Verhaftung. Er verletzte einen Polizisten schwer und kehrte dreist gestern Nacht wieder zu seinem Haus zurück. Die Polizei schoss zwar auf ihn, konnte ihn aber nicht stoppen. Kneubühl machte sich wieder aus dem Staub.
Wie ist es möglich, dass ein 67-jähriger Rentner mehrere Spezialeinheiten narrt, und diese nicht die geringste Ahnung haben, wo sich der Amok-Schütze versteckt? Francois Gaudy, Regionalchef der Kapo Bern, und Barbara Schwickert, Sicherheitsdirektorin der Stadt Biel, informiert an einer Presseknoferenz.
«Es betrifft uns sehr, dass ein Polizist schwer verletzt wurde», sagt Barbara Schwickert zu Anfang. Man verstehe die Verunsicherung in der Bevölkerung, doch die Situation sei auch für die Polizei nicht einfach.
Francois Gaudy muss eingestehen, dass die Polizei noch immer keine Anhaltspunkte zum Aufenthaltsort des Täters habe. «Wir fahnden noch nach Peter Kneubühl.»
Doch wie konnte er in der Nacht unbemerkt ins Quartier eindringen? «Der Mann tauchte unvermittelt auf. Wir sahen ihn nicht sofort, er hat aus grosser Distanz geschossen. Natürlich erwiderten wir sofort das Feuer, allerdings ohne Kneubühl zu treffen», so Gaudy.
«Er hat noch Vorsprung»
Der Schusswechsel sei zirka um 0.30 Uhr erfolgt. Dann sei Peter Kneubühl wohl wieder aus dem Quartier geflüchtet. «Der Mann hat immer noch einen Vorsprung auf die Polizei», sagt der Kapo-Chef.
Natürlich wäre er froh, wenn er sagen könnte, dass der Amok-Schütze gefasst sei. Zur Kritik an den Fehlleistungen der Beamten sagt Gaudy nur: «Das Polizeileben ist halt nicht nur Sonnenschein. Ich bin zufrieden mit der Polizeiarbeit»
Der 67-Jährige habe sich diese Nacht durch einen Garten zum Haus durchgeschlagen. «Wir haben ihn nicht auf der Strasse angetroffen», sagt Gaudy. «Es ist möglich, dass Kneubühl zurückkehrt.»
Der Mann sei äusserst gewalttätig. «Mehr als wir uns vorstellen konnten.» Man werde dies in die weitere Einsatzplanung einfliessen lassen. «Irgendwann hat alles seine Grenzen.»
«Die Polizisten sind keine Übermenschen, auch sie sind inzwischen müde.» Man habe aber nach wie vor ein wirkungsvolles Dispositiv vor Ort.
Bei der Fahndung nach dem flüchtigen Rentner soll es nach wie vor möglichst keine Toten geben, sagt Francois Gaudy.«Doch diese Doktrin hat ihre Grenzen», führte Gaudy aus. «Auch wir müssen unsere Massstäbe eventuell ändern. Wenn wir angegriffen werden, müssen wir uns verteidigen». Welche Befehle oder Befugnisse die Polizisten vor Ort haben, sagte Gaudy aus taktischen Gründen nicht.
Der Mann sei nicht «ein alter Opa», sondern müsse relativ fit sein. Der 67-Jährige habe gezeigt, dass er äusserst gewalttätig gegenüber der Polizei sei – gewalttätiger als man sich das vorgestellt habe. Ausserdem habe er gegenüber der Polizei einen Vorsprung, vielleicht habe er sich sogar Tage oder Wochen vorbereitet.
(SDA/gca)
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So sieht der flüchtige Peter Kneubühl aus. (Kapo BE)
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