
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Sie sind offenbar an einen privaten Schuldensanierer geraten. Bevor entsprechende Anbieter auch nur einen Finger krümmen, wollen sie ihre Arbeit bezahlt haben. Durchaus üblich sind neun bis elf Prozent der Schuldensumme.
Nur: Wovon ein solches Vorab-Honorar bezahlen, wenn man – wie Sie – 80000 Franken Schulden hat? Trotzdem haben Sie dem Treuhandbüro offenbar bereits 2500 Franken überwiesen, davon buchte dieses 1700 Franken an Spesen für sich ab: folglich gingen lediglich 800 Franken an die Gläubiger. Kurzum: Das Treuhandbüro saniert sich auf Ihre Kosten. Stoppen Sie die Zusammenarbeit!
Was Sie jetzt brauchen, ist eine professionelle Schuldenberatung, wie sie etwa die Caritas Fachstelle Schuldenberatung Zürich bietet. Diese wird erst ein genaues Budget mit Ihnen erstellen (welche Ein- und Ausgaben sind vorhanden?) und später eine detailgenaue Schuldenliste: Wem schulden Sie aktuell wie viel Geld?
Danach wird mit Ihnen überlegt, welches Sanierungsbudget möglich wäre. Wie viel können Sie monatlich entbehren und trotzdem den Alltag bestreiten? Wo gibt es Sparpotenzial? Billigere Wohnung? Öffentlicher Verkehr anstelle eines teuren Autos? Mittagessen von zu Hause mitnehmen? Ziel der Überlegungen: In der Sanierungsphase sollen sich nicht neue Schulden häufen, Sie sollen die anfallenden Rechnungen bezahlen können.
Die fachliche Schuldenberatung wird ausserdem versuchen, mit den Gläubigern Verhandlungen um Erlasse und Nachlasse zu führen. Teilerlasse sind sinnvoll, sollten Ihre monatliche Rückzahlungsmöglichkeiten zu klein sein, die Schulden innert drei bis vier Jahren auszugleichen.
Gläubiger sind oftmals bereit, auf einen Teil ihrer Forderung zu verzichten. Denn damit ersparen sie sich jahrelange Betreibungs- und Inkassokosten.
Weitere Infos zu professionellen Schuldenberatungen gibt es unter: www.schulden.ch