Schweinegrippe WHO ruft 1. Pandemie im 21. Jahrhundert aus

  • Publiziert: 11.06.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

GENF – Alarmstufe rot: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. Nicht, weil dass das Virus so gefährlich ist, sondern weil es sich so schnell ausbreitet. Unmittelbare Konsequenzen für die Schweiz gibts nicht.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat offiziell die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. Die WHO hat damit wegen der Influenza A (H1N1) die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Dies erklärte WHO-Direktorin Margaret Chan heute Nachmittag in Genf. Zuvor hatte sich Chan heute mit dem Notfall-Komitee der WHO beraten und zudem alle Uno-Botschafter zu sich geladen.

28000 Menschen erkrankt

Inzwischen sind nach WHO-Angaben fast 28000 Menschen in 74 Ländern an der Schweinegrippe erkrankt. Ausser auf dem amerikanischen Kontinent breitet sich das Virus vor allem in Australien, Grossbritannien und Japan rasch aus. In der Schweiz waren bis gestern Abend 20 Fälle von Schweinegrippe gemeldet.

Die Ausrufung der ersten Pandemie in diesem Jahrtausend bedeute aber nur, dass sich das Virus geografisch ausbreite und nicht, dass es gefährlicher werde, erklärte ein WHO-Sprecher in Genf. Die WHO betrachte die Schweinegrippe als «milden» Erreger. Bislang starben nach WHO-Angaben aber 141 Menschen daran.

Schweiz ohne eigene Impfstoffproduktion

Mit der Erhöhung der Pandemiestufe fünf auf sechs sind die Staaten dazu aufgerufen, weitere Massnahmen gegen die Ausbreitung des Schweinegrippevirus zu ergreifen – vor allem soll die Produktion eines Impfstoffes gegen das Virus in grossem Stil anlaufen.

Die Schweiz hat selbst keine Impfstoffproduktion. Sie ist deswegen auf Impfstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen. Der Bund hat 2006 einen Vertrag mit dem Pharmariesen GlaxoSmithKline für die Lieferung eines Pandemieimstoffes abgeschlossen. Dieser soll in Deutschland hergestellt werden. (SDA/gux)

Dies sind die Hochrisiko-Regionen

Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, bestätigte in der Tagesschau von SF1: «Der Pandemiealarm gilt selbstverständlich auch für Schweiz.» Unmittelbare Konsequenzen habe das aber nicht. Denn noch gebe es in der Schweiz zu wenige Fälle. Wer aber aus einer Hochrisiko-Region zurückkehre, solle sich bei Grippe-Anzeichen in den ersten sieben Tagen beim Arzt melden. Dazu zählen: Mexiko, USA, Kanada, Chile, Panama, Victoria (Australien), Dominikanische Republik. Das BAG hat bereits vor einiger Zeit eine Hotline zur Schweinegrippe aufgeschaltet: Unter 031 322 21 00 werden alle Fragen rund um die Schweinegrippe und ihren gefährlichen Virusstamm A(H1N1) beantwortet.

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