Vor Gericht erzählt Ivo A. (33), wie er dem Mädchen (9) drohte «Lauf nicht weg, ich will dich nicht erschiessen – solange du machst, was ich sage»

OLTEN SO - Gestern stand Ex-Polizist Ivo A. (33) in Olten vor Gericht, weil er in Winznau ein 9-jähriges Mädchen auf einem dunklen Weg sexuell missbrauchte. Beim Prozess kamen schreckliche Details ans Tageslicht.

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Ivo A.* (33) verbirgt auf dem Weg ins Gericht sein Gesicht. Dem Ex-Stadtpolizisten wurde gestern in Olten SO der Prozess gemacht, weil er in Winznau SO ein 9-jähriges Mädchen auf dessen Heimweg sexuell missbrauchte (BLICK berichtete).

Auf dem Anklagestuhl spielt Ivo A. den braven Mann. Doch der Prozess bringt die grausigen Details der Tat vom 3. November 2014 ans Tageslicht.

Ivo A., der eineinhalb Jahre zuvor seinen Job als Stadtpolizist hingeschmissen hatte, weil er ihm nicht passte, und nun Chemikant war, hatte an jenem Tag frei und in seiner Wohnung zwei LSD-Trips konsumiert. «Haben Sie sich mit Kinderpornos aufgeladen?», fragt der Gerichtspräsident. «Nein», sagt Ivo A. zuerst. Dann fügt er an: «Es ist nicht auszuschliessen.»

Ivo A. kannte den Tatort

Fakt ist: Ivo A. fährt nach Winznau zum Pfarrhaus. Dann läuft er zu einem dämmrigen Weg: «Warum, ist mir ein Fragezeichen.» Es war einst sein eigener Schulweg. «Ich wusste nicht, dass dort Mädchen durchlaufen», sagt Ivo A. Der Gerichtspräsident stutzt und sagt ernst: «Ihr Aussageverhalten kommt schlecht rüber.»

Da weint Ivo A. und gibt endlich zu, dass er die Drittklässlerin, die dort durchkam, mit einer Softair-Waffe bedrohte, sie in die Böschung drängte. Laut Anklage drohte er ihr: «Lauf nicht weg, ich will dich nicht erschiessen – solange du machst, was ich sage.» Er befahl ihr, sie solle leise sein, hielt sie im Nacken fest. Dann forderte er das weinende Mädchen auf, ihn zu küssen.

Nun öffnete Ivo A. seine Hose. Das Opfer musste ihn mit der Hand befriedigen und dann mit dem Mund. Danach fasste er dem Kind mit einer Hand in die Hose. «Magst du das auch?», fragte er. Erst nach zehn Minuten liess er sie gehen, flüchtete und entsorgte seine Jacke. «Ich kam nicht damit klar, was ich getan hatte», sagte er gestern.

Auf dem PC: Kinderpornografie

Die Polizei findet 32 mögliche Täter, die den Weg kennen. Dem Opfer wird von jedem ein Foto gezeigt. Es wählt zwei Männer aus. Einer von ihnen ist Ivo A. Auf seinem PC stösst die Polizei auf Kinderpornografie.

Der Staatsanwalt forderte gestern für den pädophilen Ivo A. viereinhalb Jahre Gefängnis und eine ambulante Therapie. Sein Verteidiger plädiert auf 18 Monate bedingt. Der Vater des Kindes verlässt das Gericht vorzeitig. Ivo A. wollte sich noch entschuldigen – zu spät. Das Urteil erfährt er am 12. Dezember.

* Name der Red. bekannt

Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
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13 Kommentare
  • Annemarie   Setz 02.12.2016
    Das ist ja zum Heulen. Jeder kleine Finanz- oder Steuerbetrüger wird hart bestraft, aber ein solcher Grüsel, der sich nachts an einem kleinen Mädchen vergreift kommt mit einer so geringen Strafe davon. Wahrscheinlich hatte er einen besonders cleveren Verteidiger, und der Druck auf die Tränendrüse hat auch noch gewirkt. Haben die, die so entschieden haben eine Ahnung, was dieses schreckliche Vorkommnis (siehe Details) für das Leben dieses Kindes bedeutet? Offenbar nicht.
  • Anna  Rusch 02.12.2016
    An das Kind denkt niemand, solange es nicht das eigene ist! Wir betreiben Täterschutz - und Hilfe in diesem verd.....Land, mit einer himmeltraurigen Justiz und Rechtsprechung!!
  • Meier  Ernst aus Erde
    02.12.2016
    Ich habe einige Bekannte im Freundeskreis, die als Kind sexuell missbraucht wurden. Alle leiden ein Leben lang, einige kommen etwas besser wie andere mit den Geschehnissen klar. Dafür 18 Monate bedingt / 4,5 Jahre und Therapie? So eine Tat kann weder rückgängig noch adäquat bestraft werden, aber 18 Monate/4,5 Jahre? Ernsthaft? Irgendwie verschieben sich die Massstäbe immer mehr. Versicherungsbetrug wird härter bestraft als ein Leben potentiell zu zerstören. Verstehe ich nicht. Sorry.
    • Wilhelm  Hess 02.12.2016
      Herrn Ernst Meier,vor 60 Jahren wurden solche Monster gar nicht verurteilt da es gar keine Gerichtsverhandlung gab. Die Kinder mussten das alles selber verarbeiten und viele dachten das gehöre zum Erwachsen werden da Ihnen niemanden Half.Für viele wurde das als Dökterli spielen abgetan
  • Tabea   Rössler 02.12.2016
    Und weshalb ist Ivo A. unter diesen 32 möglichen Tätern die dem Kind vorgezeigt wurden?
  • Lukas  Kalbermatten , via Facebook 02.12.2016
    Da war doch kürzlich ein DJ, der für das Abfackeln seiner Plattensammlung irgendwas um die 6 Jahre gekriegt hat... mir erschliesst sich die Verhältnismässigkeit in solchen Fällen nicht. Heisst Ambulante Therapie, dass er auch nach dem Verbüssen seiner Strafe nicht freikommt? Falls ja, dann will ich nichts gesagt haben, falls nein, und er ist nach 4 Jahren wieder draussen... das wäre, in Bezug auf die Verhältnismässigkeit, wirklich nicht mehr verständlich!
    • Peter  Herzog 02.12.2016
      Das kann ich ihnen gerne erklären, bei Ihrem genannten Fall ging es um ein Finanzdelikt. Und wie wir ja mittlerweile alle wissen, zählt in der Schweiz das Geld mehr als ein Mensch.
    • Danilo  Lindake aus NEERACH
      02.12.2016
      Der DJ hat aber die hoffentlich auch die letztinstandlich bestätigte Strafe sowas von verdient! Das Problem ist doch eher, dass solche Strafen wie in diesem Falle viel zu gering sind!