Maurer verschreckt die Winzer «Verlassen Sie sich nicht auf die Politik»

BERN - An der der Krönung der besten Schweizer Weine sorgte Maurer für Stirnrunzeln. Denn er stellte klar, auf wen sich die Winzer ganz sicher nicht verlassen dürfen. Nämlich auf die Politik.

  • Publiziert: 24.10.2012
  • Von Roger Baur

Für vier Stunden war die Krise vergessen. An der Verleihung des «Grand Prix du Vin Suisse» in Bern feierten die Winzer sich selber. Und krönten die besten Weine des Jahres. Unter den Gästen war in diesem Jahr auch Bundesrat Ueli Maurer.

Der Armeechef erzählte in seiner Rede davon, dass ihn mehr mit der Milch, als dem Wein verbinde. Aber: «Als Landi-Chef habe ich den Wein kennen und lieben gelernt. Den aus der Ostschweiz natürlich.» Da schluckten die grösstenteils aus der Romandie stammenden Winzer zum ersten Mal leer.

Doch die kalte Dusche kam erst noch. Es sei zwar vielleicht merkwürdig, wenn das ein Bundesrat sage, aber: «Verlassen Sie sich nicht auf die Politik», rief Maurer in den Saal. Wars der Tipp eines Insiders? Die Absage an den Traum von Unterstützung in der Krise? Maurer liess es offen.

Coop will mehr Bio-Weine

Dabei wurde an den Tischen intensiv diskutiert. Wie zeitgemäss ist der Schweizer Wein noch? Wie zeitgemäss urteilen die Tester?

Philipp Schenker, Getränkechef bei Coop liess zwischen den Zeilen durchschimmern, dass er sich Innovation wünsche. Und wurde beim Thema Bio konkret: «Da liegt heute der Anteil bei 5 Prozent, das ist unterdurchschnittlich. Unser Ziel ist doppelt so viel.»

Zürcher Erfolg

Die meisten Sieger des Abends stammen aus der Romandie und dem Tessin. Letzteres durfte erstmals auch den Titel des «Winzer des Jahres» zu sich holen: Claudio Tamborini wurde zuvor unter anderem schon für einen süssen Wein gekrönnt. Name: «La vita é bella.» Das Leben ist schön.

Ebenfalls einen 1. Platz holte sich Zürich. Niklaus Zahner aus Truttikon siegte mit einem leichten Weissen der Traubensorte «Müller-Thurgau».

Er sieht für den Weinbau in der Schweiz goldene Zeiten anbrechen. «Der Klimawandel unterstützt uns da. Während im Süden die Böden vertrocknen und versalzen, können wir jetzt sogar in Zürich hervorragenden Wein produzieren.»

Alle Kommentare (3)

  • Adrian  Teuscher , via Facebook
    Endlich sagt mal einer was wir alle schon lange wissen! Zudem gilt das ja nicht nur für die Winzer das man sich nicht auf die Politik/er verlassen darf!
    • 25.10.2012
    • 3
    • 0
  • rolf  lehner , oberuzwil
    Einmal mehr ein superschlauer Kommentar von Sulzer. Haben sie nicht gemerkt, dass es hier nicht um die SVP geht?
    Doch was solls, wenn BR Maurer nicht zwischen Ernst und Witz Zitat unterscheiden kann, so merken wenigstens wir, dass sie ein ganz besonderer Witzbold sind!!!
    • 24.10.2012
    • 4
    • 1
  • rolf  sulzer
    jetzt kann er nicht einmal mehr zwischen ernst und witz unterscheiden - aber das ist wohl der alltag im vbs.

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