BERN - An der der Krönung der besten Schweizer Weine sorgte Maurer für Stirnrunzeln. Denn er stellte klar, auf wen sich die Winzer ganz sicher nicht verlassen dürfen. Nämlich auf die Politik.
Für vier Stunden war die Krise vergessen. An der Verleihung des «Grand Prix du Vin Suisse» in Bern feierten die Winzer sich selber. Und krönten die besten Weine des Jahres. Unter den Gästen war in diesem Jahr auch Bundesrat Ueli Maurer.
Der Armeechef erzählte in seiner Rede davon, dass ihn mehr mit der Milch, als dem Wein verbinde. Aber: «Als Landi-Chef habe ich den Wein kennen und lieben gelernt. Den aus der Ostschweiz natürlich.» Da schluckten die grösstenteils aus der Romandie stammenden Winzer zum ersten Mal leer.
Doch die kalte Dusche kam erst noch. Es sei zwar vielleicht merkwürdig, wenn das ein Bundesrat sage, aber: «Verlassen Sie sich nicht auf die Politik», rief Maurer in den Saal. Wars der Tipp eines Insiders? Die Absage an den Traum von Unterstützung in der Krise? Maurer liess es offen.
Dabei wurde an den Tischen intensiv diskutiert. Wie zeitgemäss ist der Schweizer Wein noch? Wie zeitgemäss urteilen die Tester?
Philipp Schenker, Getränkechef bei Coop liess zwischen den Zeilen durchschimmern, dass er sich Innovation wünsche. Und wurde beim Thema Bio konkret: «Da liegt heute der Anteil bei 5 Prozent, das ist unterdurchschnittlich. Unser Ziel ist doppelt so viel.»
Die meisten Sieger des Abends stammen aus der Romandie und dem Tessin. Letzteres durfte erstmals auch den Titel des «Winzer des Jahres» zu sich holen: Claudio Tamborini wurde zuvor unter anderem schon für einen süssen Wein gekrönnt. Name: «La vita é bella.» Das Leben ist schön.
Ebenfalls einen 1. Platz holte sich Zürich. Niklaus Zahner aus Truttikon siegte mit einem leichten Weissen der Traubensorte «Müller-Thurgau».
Er sieht für den Weinbau in der Schweiz goldene Zeiten anbrechen. «Der Klimawandel unterstützt uns da. Während im Süden die Böden vertrocknen und versalzen, können wir jetzt sogar in Zürich hervorragenden Wein produzieren.»
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