USA Vier Guantanamo-Gefangene nach Saudi-Arabien ausgereist

RIAD (SAU) - Kurz vor dem Regierungswechsel: Die USA haben vier weitere Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo nach Saudi-Arabien ausreisen lassen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Zahlen Sie es bloss nicht in Raten! Wucherzins fürs GA
2 15 Monate bedingt für Kikos Gefängniswärterin Angela Magdici (33) muss...
3 Nummernschild-Auktion Wallis will mit «VS 1» Kohle machen

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
Fehler
Melden

Die USA haben kurz vor dem Regierungswechsel vier weitere Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo ausreisen lassen. Die Männer aus dem Jemen landeten am Donnerstagabend auf dem Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad, wie ein AFP-Reporter von dort berichtete.

Die vier Jemeniten wurden im Flughafen von dutzenden Angehörigen empfangen. Er fühle sich wie «neugeboren", sagte der Ex-Gefangene Salim Ahmed bin Kanad. Sein früherer Mithäftling Mohammed Bawasir wurde nach eigenen Angaben 15 Jahre in dem berüchtigten US-Gefangenenlager auf Kuba festgehalten.

Nach Angaben des Innenministeriums in Riad sollen die vier Männer nun in Saudi-Arabien an einem Programm zur Deradikalisierung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft teilnehmen.

Nach den Freilassungen sind nun noch 55 Gefangene in Guantanamo inhaftiert. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, es werde unter seiner Präsidentschaft keine weiteren Entlassungen geben, weil die Guantanamo-Häftlinge gefährlich seien.

Das Weisse Haus hatte indes am Donnerstag bekanntgegeben, in den letzten Tagen der Amtszeit von Präsident Barack Obama weitere Gefangene freizulassen. Obama hatte bei seinem Amtsantritt 2009 versprochen, das Gefangenenlager zu schliessen. Rechtliche Probleme und heftiger Widerstand im Kongress und in der Öffentlichkeit verhinderten aber, dass er das Versprechen vollständig erfüllte.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die USA unter Präsident George W. Bush rund 780 Häftlinge auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba eingesperrt. Die meisten Verdächtigen wurden seit ihrer Festnahme in den Jahren 2001 und 2002 weder angeklagt noch verurteilt. Viele sollen gefoltert und misshandelt worden sein.

Für etwa ein Drittel der verbliebenen Gefangenen ist grundsätzlich geklärt, dass sie aus dem Lager verlegt werden können. Allerdings stehen keine Aufnahmeländer fest. (SDA)

Publiziert am 05.01.2017 | Aktualisiert am 06.01.2017
teilen
teilen
1 shares
Fehler
Melden