Unterwegs mit dem Schneemacher aus Andermatt UR Frau Holle heisst Herr Meyer

ANDERMATT UR - Obwohl es in Andermatt seit Wochen nicht mehr schneit, sind die Pisten top. Dahinter steckt viel Technik, Geld – und der Schneekönig Dani Meyer (30).

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Die momentane Trockenheit lässt Dani Meyer (30) kalt. Der Schneekönig aus Andermatt UR sorgt selbst für weisse Pisten. Sein Team und er produzieren innert 24 Stunden 25’000 Kubikmeter Schnee – das sind etwa 2000 volle LKW-Ladungen.

«Ohne Kunstschnee geht nichts mehr»

Das Ergebnis spricht für sich. Obwohl es am Gemsstock seit Wochen kaum Niederschlag gab, sind die Pisten traumhaft. Steine und braune Flecken sieht man nur fernab vom Rand. Aber: Der Energieaufwand ist enorm. Meyer kann deshalb Kritik am Kunstschnee nachvollziehen. Doch: «Ohne geht nichts mehr. Und wir Bergler leben vom Wintertourismus.»

Die Gäste dankens ihm. Die Gondeln sind voll, die Gesichter zufrieden und die Fahrt bis ins Dorf auf 1400 Meter klappt problemlos. Dahinter steckt viel Arbeit. Dani Meyer beginnt schon im September mit den Vorbereitungen. Er und seine Kollegen verteilen Maschinen, ziehen Leitungen und nehmen die Pumpstation in Betrieb. Sobald die Temperatur tief genug ist, startet dann das eigentliche Beschneien. «Dank moderner Technik reichen heute bereits Temperaturen unter 2 Grad», sagt der Urner. Nur: «Die Luft muss trocken sein.»

Meyer steuert seine Kanonen per Handy

Der Fortschritt der letzten Jahre springt sofort ins Auge. Der Schneekönig steuert seine Anlage bei Bedarf sogar mit dem Handy. 65 Kanonen sind am Gemsstock in Betrieb. 34 fixe Lanzen, die wie Strassenlaternen aussehen. Dazu kommen noch 31 teils mobile Propeller. Ein teurer Spass: Jedes Gerät kostet zwischen 40’000 und 50’000 Franken.

Besser als Naturschnee

Die Qualität von Kunstschnee hat sich dafür massiv verbessert. Aus dem Ski-Weltcup ist er nicht mehr wegzudenken. Er wird sogar dann beigemischt, wenn genug natürliches Weiss liegt. Meyer erklärt: «Kunstschnee besteht aus Kügelchen und nicht aus Kristallen. Er ist kompakter.» Das ist vorteilhaft für Skifahrer. «Pisten halten länger», sagt er. Und: «Es entstehen weniger Gräben.»

Trotz der vielen Technik packt der Schneekönig hart an. «Mein Beruf ist streng», sagt er. Der gelernte Mechaniker ist viel auf den Beinen. Repariert kaputte Maschinen selbst. Steigt dafür den Berg hoch und runter. Gerade jetzt in der Hochsaison arbeitet er viel – oft auch nachts. Aber: «Es gefällt mir gut», so Meyer. Am schönsten sind für ihn Komplimente zufriedener Skifahrer. Tatsächlich bedanken sich viele beim Urner. Trotzdem wünscht er sich Naturschnee. Aus gutem Grund: Dann kann er ausspannen.

Publiziert am 31.12.2016 | Aktualisiert am 31.12.2016
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1 Kommentare
  • Thomas  Zürcher 31.12.2016
    Künstliche Beschneiung ein umweltpolitischer Wahnsinn und der hilflose Versuch, die Natur kurzfristig zu überlisten.Flora und Fauna werden darunter leiden.