UNO Von der IS-Sexsklavin zur Sonderbotschafterin

NEW YORK (USA) - Verschleppt, vergewaltigt und verkauft: Die Irakerin Nadia Murad Basee Taha wurde von der Terrormiliz Islamischer Staat zur Sexsklavin gemacht. Nach ihrer Flucht ist sie nun UNO-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel.

Nadia Murad (Mitte) fordert die Freilassung von rund 3200 Frauen und Mädchen, die als Sexsklavinnen von IS-Kämpfern gehalten werden. (Archivbild) play
Nadia Murad Basee Taha, Mitte, mit Amal Clooney und Winifried Kretschmann: Die junge Frau hatte Glück, dass sie der Terromiliz Islamischer Staat entkommen konnte. Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
2 So dramatisch war die Rettung von Giorgia G. (22) aus Rapperswil SG ...
3 Erste Amtshandlung Trump kippt «Obamacare»

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

Eine 23-jährige Jesidin aus dem Irak, die vom IS als Sexsklavin missbraucht wurde, ist zur UNO-Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel ernannt worden. Nadia Murad Basee Taha wurde am Freitag in New York offiziell in das Amt eingeführt.

«Ich hatte Glück, denn ich konnte entkommen, was tausenden anderen nicht gelang», sagte Murad bei der Zeremonie am UNO-Sitz. Murad war im August 2014 aus ihrem Heimatdorf Kocho nahe der nordirakischen Stadt Sindschar in die Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Mossul verschleppt worden.

Dort wurde sie Opfer von Gruppenvergewaltigungen, mehrmals wurde sie weiterverkauft. «Ich wurde auf die Art und Weise benutzt, wie sie es wollten«, sagte die 23-Jährige. «Ich war nicht allein.»

Murad forderte die Freilassung von schätzungsweise 3200 jesidischen Frauen und Mädchen, die weiter als Sexsklavinnen vom IS festgehalten werden, und verlangte, die Täter vor Gericht zu stellen. Ihre grosse Angst sei es, dass die IS-Kämpfer, wenn die Miliz einmal besiegt sei, «einfach ihre Bärte abrasieren und durch die Strassen der Städte gehen, als sei nichts gewesen«, sagte Murad. «Wir dürfen das nicht geschehen lassen.»

«Zu Tränen gerührt»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er sei «zu Tränen gerührt» vom Schicksal der jungen Frau, aber auch von «ihrer Kraft, ihrem Mut und ihrer Würde«.

Als Sonderbotschafterin der UNO wird Murad auf das Leid der Opfer von Menschenhandel aufmerksam machen, vor allem auf das Schicksal von Flüchtlingen, Frauen und Mädchen. Unterstützt wird sie dabei von der Anwältin Amal Clooney. Diese bezeichnete das Vorgehen des IS gegen die Jesiden als «Völkermord». «Und wir wissen, dass er andauert«, fügte sie hinzu. «Ich schäme mich als Mensch, dass wir ihre Hilferufe ignorieren», sagte Clooney mit Blick auf die Opfer.

Anlässlich der kommende Woche beginnenden Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York, zu der Staats- und Regierungschefs aus aller Welt anreisen, wollen der Irak und Grossbritannien am Montag eine Kampagne für die Bestrafung von Verbrechen des IS starten. An der Veranstaltung sollen neben dem britischen Aussenminister Boris Johnson auch Murad und Clooney teilnehmen. (SDA)

Publiziert am 17.09.2016 | Aktualisiert am 24.10.2016
teilen
teilen
0 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

2 Kommentare
  • Anna  Rusch 17.09.2016
    Während die eine Frau auf dem Foto Chanel trägt und einen Promi als Gatten hat um sich gehör zu verschaffen, wirkt die Frau um die es eigentlich geht, verängstigt und etwas verloren. Mit ihrem Trauma ist sie in einer solchen Öffentlichkeit wirklich nicht gut aufgehoben! Sie tut einen sehr leid auch auf diesem Bild dass wieder nur PR für Madame Clooney ist!
  • Silas  A. 17.09.2016
    Ich wünsche ihr viel Erfolg in diesem Amt. Ich mache mir aber ehrlich gesagt auch etwas Sorgen. Nach so einem Trauma kann kaum ein Mensch noch arbeiten. Und dann ist es noch etwas, was sie immer und immer wieder daran erinnert. Ich hoffe sehr, dass sie das packt und nicht noch mehr leidet.