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Der Gewinner des gar nicht ehrenhaften Preises ist heuer der Basler Pharma-Multi Roche. Organisator der Anti-Oscar-Nominierung ist die Nichtregierungsorganisation Erklärung von Bern (EvB). «Dieses Jahr haben rund 20000 Personen an dieser Wahl mitgemacht», sagt EvB-Sprecher Oliver Classen. «So viel wie noch nie!»
Ihr Urteil ist klar: Die menschenverachtendste Firma ist Roche!
Hintergrund ist das Geschäftsgebaren von Roche in China. Hier vertreibt die Firma ihr Medikament Cell Cept. Dieses verhindert die Abstossung transplantierter Organe.
Darüber hinaus, moniert EvB, erforscht die Firma Roche die Wirkung ihres Medikaments in zwei Studien mit ca. 300 transplantierten Organen auch in zahlreichen chinesischen Kliniken. Nach eigenen Angaben verfügt die Firma jedoch über keine Informationen, woher die transplantierten Organe stammen.
Roche macht auf unschuldig
Deswegen fordert die EvB: Roche muss diese Studien sofort einstellen. Ende 2008 gab der chinesische Vize-Gesundheitsminister zu, dass mehr als 90% aller transplantierten Organe von hingerichteten Gefangenen stammen. Diese Praxis widerspricht jeglicher ärztlicher Ethik. Roche verteidigt sich mit dem Hinweis, die Firma könne nicht überprüfen, woher die Organe stammen.
Der Schandpreis wird heute Nachmittag verliehen. Wer ihn entgegennehmen soll, ist aber ungewiss. Jedenfalls nicht Roche-Boss Severin Schwan. Der reist schon seit Jahren nicht mehr ans WEF. Und für den Schandpreis natürlich schon grad gar nicht. (snx)
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Wird auch dieses Jahr nicht nach Davos ans WEF reisen: Severin Schwan. (AP)