Wunder in Haiti Studentin (23) nach sechs Tagen lebend geborgen

  • Publiziert: 19.01.2010, Aktualisiert: 10.02.2012
play Die gerette Studentin vor der zusammengestürzten Universität in Port-au-Prince. (Screenshot «CNN»)

PORT-AU-PRINCE – Es geschehen doch noch Wunder: Fast eine Woche nach dem schweren Erdbeben haben israelische Rettungskräfte eine junge Frau aus den Trümmern der Universität gerettet.

Fast eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Haiti haben israelische Rettungskräfte noch eine Überlebende geborgen. Israelische Medien berichteten, Maxine Fallon (23) sei in der Nacht auf heute aus den Trümmern der Universität in Port-au-Prince gerettet worden.

Mit Spezialgeräten sei es gelungen, eingestürzte Gebäudeteile anzuheben und so eine Öffnung für die Bergung der jungen Frau zu schaffen. Durch das Loch konnte der Hilftrupp die verletzte Studentin sehen.

«Ihr Zustand ist stabil»

Die Rettungsteams waren zuvor alarmiert worden, im einst vierstöckigen Gebäude befände sich noch eine Überlebende. Durch einen Hohlraum konnte sie so lange atmen. «Sie sah sehr, sehr angeschlagen aus und war völlig mit Staub bedeckt», erzählt Rettungsleiter Major Amir Ben-David dem Sender «Channel 10».

Die Studentin sei aber ansprechbar gewesen. «Sie nannte uns ihren Namen und erklärte, dass sie Studentin an der Universität gewesen sei», berichtet Ben-David. Nach der ersten Hilfe sei sie ins israelische Feldlazarett eingeliefert worden. «Ihr Zustand ist stabil. Aber ich bin nicht sicher, ob sie nicht noch ihr Bein verliert. Ich hoffe, die Ärzte können es retten», so Ben-David.

Neun Stunden Suche ohne Erfolg

Die Frau hatte Glück: Denn die Rettungskräfte haben praktisch keine Hoffnung mehr, Verschüttete noch lebend aus den Trümmern zu bergen. Für ein neunjähriges Mädchen gab es jedoch keine Hilfe mehr. Das israelische Team war informiert worden, dass sie lebend unter einem verschütteten Haus liege.

Doch nach neun Stunden Suche mussten die Israelis aufgeben. Denn während der Suche brach ein Feuer aus. Die Helfer konnten nicht zum Zimmer vordringen. «Wir mussten dem Vater, der draussen wartete, mitteilen, dass wir wirklich nichts mehr tun konnten. ‹Es ist okay›, sagte der Vater», so Doron Ziv, ebenfalls Retter im israelischen Team. «Es ist schwer einzusehen, dass Hunderte von Leuten so brutal sterben müssen.»

Seuchen, Krankheiten, mangelnde Hygiene

Auch für die zahlreichen Verletzten wird die Situation immer prekärer. Internationale Helfer fürchten zunehmend den Ausbruch von Seuchen. Infektionskrankheiten wie Masern oder Hirnhautentzündung würden immer häufiger diagnostiziert, berichten Ärzte. Im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre sind Erkrankungen wie Aids, Tuberkulose und Malaria ohnehin weit verbreitet.

«Die Menschen in Haiti waren bereits vor dem Beben sehr anfällig für Krankheiten und enormen Gesundheitsrisiken ausgesetzt», sagt der Vertreter des lokalen Ablegers der Weltgesundheitsorganisation, Jon Andrus, mit Blick auf die weit verbreiteten Probleme mit Unterernährung von Kindern und mangelhafter Hygiene. (SDA/spj)

Baby nach sechs Tagen gerettet

Nicht nur die Studentin durfte ein Wunder erleben. Auch ein Baby konnte gerettet werden. Sechs Tage lang überlebte das Kind unter Trümmern in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, dann konnten Helfer es retten. Das ungefähr anderthalb Jahre alte Mädchen war lediglich mit Staub bedeckt, aber unverletzt. Die Krankenschwestern einer Klinik klatschten vor Freude, als das Baby am Montag bei ihnen eingeliefert wurde. «Sie hat keine Verletzungen. Nur ein Kind kann sechs Tage lang in so einer Lage überleben», sagte eine Schwester, während sie das Baby liebevoll in ihren Armen hielt. Von den Eltern der Kleinen fehlt jede Spur. Sie sind in den Trümmern ihres Hauses vermutlich gestorben.

Top 3

1 Publireportage SWISSHAUS SWISSHAUS - Der zuverlässige Weg zum Eigenheimbullet
2 Grosse Lohntabelle Das verdient die Schweiz wirklichbullet
3 Grosses Voting Wer wird VW Shooting Star?bullet

News