Strom weg, Schlösser gewechselt Russland schliesst Amnesty-Büro in Moskau

Seit Mai können in Russland Organisationen ohne Gerichtsbeschluss dichtgemacht werden. Das neue Gesetz hat ein prominentes Opfer.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 So dramatisch war die Rettung von Giorgia G. (22) aus Rapperswil SG «Wir...
2 Nummernschild-Auktion Wallis will mit «VS 1» Kohle machen
3 Hakenkreuz und Hitlergruss Nazi-Schande auf dem Waffenplatz

News

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
145 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Die russischen Behörden haben ohne Vorankündigung das Büro der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) in Moskau geschlossen. Die ai-Mitarbeiter hätten das Büro beim Eintreffen zur Arbeit am Mittwoch verschlossen vorgefunden, teilte Amnesty mit.

Es sei mit dem Hinweis versiegelt gewesen, dass die Räumlichkeiten der Russischen Föderation gehörten und dass die Organisation sich an die Stadtverwaltung von Moskau richten solle, um weitere Informationen zu erhalten.

Unter der auf dem Siegel genannten Nummer melde sich niemand, sagte ai-Mitarbeiter Iwan Kondratenko. Das Büro von Amnesty befinde sich dort seit 20 Jahren. Nun seien die Schlösser ausgetauscht und die Stromversorgung gekappt worden.

Ein neues Gesetz macht es einfach

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, ihm lägen zu dem Thema keine Informationen vor, er höre zum ersten Mal von der Angelegenheit.

Nichtregierungsorganisationen werden in Russland seit Jahren scharfen Kontrollen unterworfen. Wenn solche Organisationen aus dem Ausland finanziert werden und eine «politische Aktivität» entfalten, müssen sie sich als «ausländische Agenten» registrieren lassen.

Im Mai wurde ein Gesetz beschlossen, nach dem ausländische Organisationen ohne Gerichtsentscheid dichtgemacht werden können, wenn sie die «nationale Sicherheit» Russlands oder die «Verfassungsordnung» gefährden. (SDA)

Publiziert am 02.11.2016 | Aktualisiert am 25.11.2016
teilen
teilen
145 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

5 Kommentare
  • Eduard  Clearmind 03.11.2016
    Das ist in Biel schon lange so. Hier braucht auch niemand einen Gerichtsbeschluss, wenn er genug Geld und Einfluss bei den Behörden hat.
  • Manfred  Schnyder aus Wanzwil
    02.11.2016
    Amnesty deckt zu wenig vergehen in den Industrieländern auf bzw dar. Offensichtlich hat man diesbezüglich Angst vor der Wahrheit.
  • Urs  Graf 02.11.2016
    und AI war auch mit bei den gut 80 westlichen NGOs die RU vom UNO Menschenrechtsrat auszuschliessen wollten. Wurde dieser Hinweis aus versehen vergessen? Nun sind sie selbst ausgeschlossen. Wollten sie das damit erreichen? Nun denn: gleiches Recht für alle..
  • Urs  Lifart aus Volja Zaderevatska
    02.11.2016
    Die Idee hinter AI ist ja nicht schlecht, leider überhaupt nicht neutral.
  • Peter  Moserer 02.11.2016
    Hauptsache hier in der Schweiz kann Amnesty weiter Alarm schlagen, wenn mal hier ein Asylant nicht sofort bei der Polizei sein Mittagessen bekommt. Über die Amnesty-Jahresrapporte hier würden die sich in Russland totlachen...