Strom-Sperre am Abend Oberlunkhofen dreht seinen Bürgern den Saft ab

OBERLUNKHOFEN AG - Geschirrspüler, Waschmaschine oder Sauna: Diese Geräte können die Oberlunkhofer abends bald nicht mehr benützen. Der lokale Stromanbieter will es so.

Das dreckige Geschirr könnte in Oberlunkhofen etwas länger stehen bleiben. play

Das dreckige Geschirr könnte in Oberlunkhofen etwas länger stehen bleiben.

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Die anstehenden Herbst- und Wintermonate dürften die Bewohner der Aargauer Gemeinde Oberlunkhofen vor ungewohnte Herausforderungen stellen. Während Herr und Frau Schweizer von der Arbeit zurückkommen, müssen sie vielleicht für zwei Stunden auf ihre Haushaltsgeräte verzichten.

Geschirrspüler am Abend ohne Strom

Zwischen 18 und 20 Uhr behält sich der lokale Stromanbieter Elektra Genossenschaft Oberlunkhofen (EGO) nämlich vor, den Strom für Waschmaschinen, Tumbler, Geschirrspüler oder auch die Sauna abzustellen. Grund für die Massnahme sei der übermässige Stromverbrauch während dieser Zeit, erklärt Markus Boillat von der EGO. Viele kämen dann von der Arbeit nach Hause und würden praktisch gleichzeitig die Geräte in Betrieb nehmen und mit Heizen beginnen.

«Der Strompreis steigt, wenn die Gemeinde zu einer gewissen Zeit extrem viel Strom verbraucht. Dies ist zwischen sechs und acht Uhr am Abend der Fall», sagt Boillat.

Die Sperrung der Geräte wird durch einen bestimmten Maximalverbrauch ausgelöst. Die Anschlüsse der grossen Haushaltgeräte sind registriert und können so aus der Ferne abgestellt werden. Die Obergrenze des Stromverbrauchs setzt die Elektra Genossenschaft Oberlunkhofen fest.

Städte wie Solothurn oder Aarau führen solche Sparmassnahmen über die Mittagszeit durch. Für die Verbrauchsgrenze am Feierabend musste sich der Stromanbieter aber bereits im vergangenen Winter bei der Bevölkerung einige Male erklären. Wie Boillat gegenüber Radio SRF sagt, versuche man nun, eine bessere Lösung zu finden. (cat)

Publiziert am 02.10.2014 | Aktualisiert am 02.10.2014
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30 Kommentare
  • Roger  Seifert , via Facebook 02.10.2014
    Und warum wird bei den Firmen da nicht mal der Strom abgedreht?
    In vielen Firmen brennt die Beleuchtung im Büro ohne dass man vor Ort ist, und 1-2 Std. im Mittag ist. Andere Firmen lassen das Geschäft die ganze Nacht durch beleuchtet, weil sie so die Alarmanlage sparen.
  • Rolly  Hess aus Boca del Rio, Veracruz
    02.10.2014
    Also, alle die, wo bis jetzt gestaffelt zwischen 1800 und 2000h ihre Waschmaschinen in Gebrauch genommen haben, werden dann alle zusammen um 2000h ihren Schalter umlegen! EW, viel Spass!
  • Daniel  Jaun , via Facebook 02.10.2014
    Die Lösung liegt doch so nah: Photovotaikanlage auf das Dach, kleiner Speicher anschliessen und selber entscheiden, welche Geräte wann Strom bekommen. Erst noch sauber ;-
    Und bevor jetzt alle über mich herfallen: Es sind nur 2 Stunden zu überbrücken... technisch also ohne Probleme lösbar!
  • Van  Gelder aus Zürich
    02.10.2014
    Genau das habe ich prophezeit. Allerdings für den Fall, dass wir alle intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, benutzen. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, dass wir auch ohne diese Dinger bald nicht mehr Herr unserer Geräte sind. Die können mir doch nicht einfach den Strom abstellen, wie sie Lust dazu haben? Wie sind doch nicht im Krieg. Ich glaube, die Stromproduzenten wollen uns so nur Angst machen, damit sie schnellst möglich ein weiteres Atomkraftwerk bauen können.
  • Eduard  Clearmind 02.10.2014
    Vermutlich blockiert die Gemeinde alle 400V Anschlüsse. Das betrifft eigentlich nur wenige Geräte, ist aber ungewohnt für verwöhnte Schweizer. Andererseits ist es verständlich, dass man gerne waschen möchte und dies oft aus religiösen Gründen nach 22h oder teilweise auch sonntags nicht möglich ist. Das Problem ist das gleiche wie im öffentlichen Verkehr: Wegen der gleichgeschalteten Lebensweise muss die Infrastrukturkapazität an hohen Spitzenwerten ausgerichtet werden.