Sicherheit in Südafrika Streller: «Bei Überfall reichen fünf Bodyguards nicht»

  • Publiziert: 13.01.2010, Aktualisiert: 10.02.2012

Alex Frei forderte den Verband auf, fünf zusätzliche Bodyguards an die WM in Südafrika mitzunehmen. Sein Sturmpartner Marco Streller findet das grundsätzlich eine gute Idee.

Der brutale Überfall auf die togolesische Nationalmannschaft vor dem Beginn des Afrika-Cups wirft viele Fragen auf. Ist die WM in Südafrika in Gefahr? Wie können sich Spieler, Funktionäre und Fans vor einem möglichen Überfall schützen?

Nati-Captain Alex Frei forderte im BLICK ein verstärktes Sicherheitsteam. «Es wäre gut, fünf bis zehn zusätzliche Leute aus der Schweiz mitzunehmen, die für die Sicherheit der Nati sorgen.»

SFV-Sicherheitschef Ueli Pfister, genannt «FBI-Ueli», beschwichtigt: «Angola ist mit Südafrika nicht zu vergleichen. Und der Afrika-Cup auch nicht mit der Weltmeisterschaft.»

Nun äussert sich auch Freis Sturmpartner beim FC Basel, Marco Streller, zur Frage der zusätzlichen Sicherheitsleute: «Das ist sicher eine Möglichkeit. Allerdings glaube ich nicht, dass fünf Bodyguards ausreichen, wenn Bewaffnete auf den Bus stürmen.»

Für eine genaue Beurteilung der Lage ist es sicher noch zu Früh. Aber der Vorfall von Angola wird sicher bei WM-Beginn in allen Köpfen sein. (keu)

Kommentar: Das ewige Spiel mit der Angst

Blutiger Terroranschlag auf das Togo-Team unmittelbar vor Beginn des Afrika-Cups. Jetzt droht der Fussball-WM im kommenden Juni in Südafrika Mord und Totschlag.

Es ist immer das gleiche Spiel, das vor sportlichen Gross-Ereignissen abläuft. Im Vorfeld nützen politisch an den Rand Gedrängte die sportliche Bühne, um den medialen Hype für ihre Anliegen zu nutzen. Dazu ist jedes Mittel recht – sogar Tote.

So war es 1968 vor Olympia in Mexiko, als Studenten-Unruhen das Land erschütterten. Als mich meine Mama 1988 vor der Reise nach Seoul verabschiedete, fürchtete sie aus dem gleichen Grund um meine Sicherheit in Südkorea. Vor Olympia 1992 in Barcelona drohten spanische Terror-Gruppen. Vor Peking 2008 waren es die unterdrückten chinesischen Minderheiten.

Und jedes Mal ist das Gross-Ereignis selbst nach all den schrecklichen Vorgeplänkeln sicher über die Bühne gegangen. Auch bei der WM in Südafrika wird das Sicherheits-Dispositiv tausendfach grösser sein als jetzt in Angola beim Afrika Cup.

Dennoch: Die totale Sicherheit gibts nie. Auch nicht am helllichten Tag auf einem Zürcher Trottoir. Olympia 1996 in Atlanta hats gezeigt. Trotz rigoroser Sicherheits-Vorkehrungen schaffte es ein Verrückter, vor dem Swatch-Pavillon mitten in den Besuchern seine Nagel-Bombe detonieren zu lassen. (Carl Schönenberger, Ski-Chef)

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