Stirbt die alte Sprache aus? Germanisten bald mit dem Latein am Ende

ZÜRICH - Die Uni Zürich entscheidet am nächsten Freitag, ob Latein für Germanisten bald Geschichte sein wird.

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Germanisten werden möglicherweise bald von der Lateinpflicht befreit: Am 18. November wird definitiv darüber entschieden. KEYSTONE/Gaetan Bally

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Nach Kunstgeschichte, Philosophie, Anglistik, Rätoromanisch und der Deutschen Sprachwissenschaft will sich nun auch die Germanistik von der Lateinpflicht befreien. Die Professoren des Deutschen Seminars der Uni Zürich haben die Abschaffung der Lateinpflicht für den Studiengang beantragt.

Der Grund für die kontroverse Forderung könnte daran liegen, dass immer weniger zukünftige Studenten sich für Germanistik entscheiden. Zudem kann man an anderen Schweizer Unis den Studiengang längst bequem ohne Lateinkenntnisse antreten.

Schlechtes Zeichen für Gymnasium-Latein

Doch nicht alle Mitarbeiter sind einverstanden: Lateinbefürworter hätten in einem dreiseitigen Brief an die Seminarleitung ihre Besorgnis ausgedrückt, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Sollte die Lateinpflicht für Germanisten tatsächlich abgeschafft werden, wäre dies ein harter Schlag gegen das traditionelle Unterrichtsfach und ein schlechtes Zeichen für das Latein an den Gymnasien.

Der definitive Entscheid soll am 18. November an der Fakultätsversammlung gefällt werden: Ergreift niemand das Referendum, ist die Lateinpflicht für Germanisten bald Geschichte. (vac)

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 14.11.2016
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6 Kommentare
  • Giovanni  Boccacchio aus Zürich
    14.11.2016
    Es siegt die Faulheit. Latein ist keine Tote Sprache, sondern lingusitisches Rückgrat. Latein an den Gymansien abzuschaffen ist etwa so, wie wenn man Wirbeltiere, also auch Menschen, ohne Wirbelsäule klonen wollte. Wie sollen wir dann noch aufrecht gehen? LAtein ist nicht nur Sprache sondern auch unseresetzbarer kultureller Wert. Und für 18-jährige gibt es Ovid... Ohne Latein lässt sich die abendländische Geschichte und Kultur schlicht nicht rezipieren. Punkt.


  • Enri  Co 14.11.2016
    Das wäre leider ein weiterer Schritt in die Richtung, dass bald jeder alles auf irgendeinem Weg studieren kann. Mir geht es nicht darum, ein Studium elitär zu halten. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Qualität langfristig unter der Abschaffung solcher "Mühsale" leiden wird.
    • Marco  Goby 15.11.2016
      Und trotzdem sollte ein Studium elitär sein! Und zwar nicht finanziell, sondern wissensmässig gesehen!
      Wir haben jetzt schon viel zu viele Studierte und zu wenig Handwerker!
  • Laura  Martin 14.11.2016
    An der Kanti habe ich Latein gehasst und habe es nach einem halben Jahr geschmissen. Heute bereue ich das zutiefst, denn ich habe erst später erkannt, wie Latein das Deutsch und diverse andere Sprachen beeinflusst hat. Etymologie ist dermassen spannend! Leider konnte mir mein Lateinlehrer diese Begeisterung nicht vermitteln. Nun eigne ich mir das halt Stück für Stück selber an. Sprache ist Faszination! Latein ist alles andere als tot. Es für Germanistiker zu streichen, halte ich für fatal.
    • Enri  Co 14.11.2016
      Ich kenne wenige, die Latein geliebt haben! Ich habe es auch nur mit Ach und Krach durchgezogen. Und an der Uni hat es mir dann plötzlich gute Dienste geleistet. Und das nicht nur in den Sprachen. Aber eben, man darf ja heute niemanden mehr fordern, egal ob in der Primarschule, der Kanti oder dem Studium. Alles muss möglichst einfach sein.
  • Georg  Ritter 14.11.2016
    Wer sich nicht damit befasst hat und nur "die Mühe" sieht, erkennt den hohen Wert von Latein in manchen Bereichen nicht. In den genannten Studienfächern übrigens ist seit etlichen Jahren eine bedauerliche Erosion festzustellen.