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Stevia ist eine südamerikanische Staudenpflanze, deren Blätter sogenannte Stevioside enthalten und süsslich schmecken. Die Blätter beziehungsweise deren Extrakte werden weltweit als kalorienfreies Süssungsmittel in Form von Zuckerersatz eingesetzt. Denn das Bestechende an dieser Pflanze ist ihre immense Süsskraft. Sie ist bis zu zwölfmal süsser als Zucker, hat dabei kaum Kalorien, schont die Zähne und ist für Diabetiker geeignet.
Die Pflanze Stevia ist in Südamerika und Japan schon lange bekannt und absolut salonfähig. Doch in Europa und notabene in der Schweiz tut man sich schwer mit dieser Substanz.
Denn trotz verschiedener Studien hat man immer noch keine fundierte Datenlage, um den Süssstoff als gesundheitlich unbedenklich für die Lebensmittelindustrie freizugeben.
Dies erstaunt insofern, als andere Länder bei weitem nicht so zurückhaltend sind und teilweise mit Stevia rund einen Viertel des Süssmittelmarktes besetzen. Gerade in Lateinamerika wird Stevia schon sehr lange und häufig konsumiert. Dabei konnten gesundheitliche Schäden aufgrund des Steviaverbrauchs noch nie beobachtet werden.
Bis heute sind bei uns in der Schweiz nur Produkte mit einem standardisierten Stevia-Extrakt erlaubt. Diese kommen in Getränken, Bonbons, Schokolade und Süssungsmitteln vor. Das naturbelassene Kraut darf höchstens 2 Prozent in Teemischungen vorhanden sein. Die Krux dabei: Gerade im Naturprodukt befinden sich viele wertvolle Inhaltsstoffe, die im Extrakt fehlen.
Ob Stevia den Sprung in die Zuckerbranche schafft, ist noch unklar. Reiner Zucker ist nach wie vor sehr etabliert auf dem Markt. Bis anhin konnte kein einziger Ersatzstoff den Zucker verdrängen. Im März 2010 wird die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Stellung nehmen zur Sicherheit von Stevia und deren Substanzen. Fällt dies positiv aus, könnte sich Stevia auch bei uns in naher Zukunft einen Platz erobern.