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Beppe Grillo bei einem Auftritt in Turin im Jahr 2005. Der Komiker will nun Berlusconis Gegenspieler Nummer 1 werden. (AP)
Der italienische Starkomiker Beppe Grillo, der in den vergangenen Monaten eine nationale Kampagne für mehr Moral in der Politik gestartet hat, will Oppositionsführer werden. Er kündigte seine Kandidatur für den Vorsitz der Demokratischen Partei (PD) an.
Grillo wurde heute Parteimitglied. Dies sei der erste Schritt, um beim Kongress in Oktober die Kandidatur für den Parteivorsitz einzureichen, sagte er in einem TV-Interview. Sollte ihm dieser Coup gelingen, könnte er zu einem ernsthaften Gegenspieler für Ministerpräsident Silvio Berlusconi werden. Dieser hat bisher von der Uneinigkeit der Opposition profitiert und praktisch unangefochten seine Politik durchgezogen.
«Wir müssen eine Lücke schliessen, die seit 20 Jahren besteht. Die Lücke einer nicht existierenden Opposition, die keine Ideen hat und zur Lobby geworden ist. Ich will eine wirklich saubere Partei, die frische Luft in die Politik bringen kann», erklärte der 61-jährige Grillo. Mit diesem frischen Wind will er bei den nächsten Parlamentswahlen Berlusconis Mitte-Rechts-Partei Popolo della Libertà herausfordern und den Milliardär aus dem Amt fegen.
Held der «Anti-Politik»
Sollte er die Wahl um den PD-Vorsitz gewinnen, würde er zu diesem Zweck eine Allianz mit der Anti-Korruptionspartei von Antonio Di Pietro, Italien der Werte (IdV), eingehen. «Wir haben seit mehreren Jahren gemeinsame Ziele», betonte Grillo.
Der Komiker gilt als Held der italienischen «Anti-Politik». Im Herbst 2007 hatte er 1,5 Millionen Menschen auf die Strassen gebracht, um gegen die Korruption in der Politik zu protestieren. Seit einigen Jahren führt er auch Bürgerlisten, die sich auf lokaler Ebene gegen Korruption engagieren.
Um den PD-Vorsitz bewerben sich nun vier Kandidaten: Neben Grillo sind dies Übergangschef Dario Franceschini, der im Sattel bleiben will, Ex-Industrieminister Pierluigi Bersani und Senator Ignazio Marino. Die PD ist im Januar 2008 aus der Fusion der christdemokratischen PD und der linken DS entstanden. (SDA/hhs)