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Olivia Nobs muss nach einem Sprung in den Schnee greifen, steht praktisch still. Die schon sichergeglaubte Medaille ist wieder in höchster Gefahr. Zuvor war Helene Olafsen ebenfalls gestürzt. Die beiden anderen Konkurrentinnen fahren vorne weg.
Nobs und Olafsen duellieren sich um Bronze. Die Neuenburgerin geht in der letzten Kurve Inside, hat mehr Speed für den Zielsprung, holt Platz 3. Mit aufgerissenem Mund steht sie da, kann ihr Glück gar nicht fassen.
Niemand hatte sie so richtig auf der Rechnung gehabt. Nobs war erst durch Tanja Friedens Verletzung nachgerückt. Im letzten Jahr hat sie zwar am selben Berg mit der besten Quali und dem 2. Rang geglänzt und war Vizeweltmeisterin geworden.
Doch die bisherige Saison verlief zäh. Rückenprobleme, kleinere Verletzungen. Nobs: «Es hat einfach nie alles gestimmt.»
Auch vor Olympia deutet nichts auf den Exploit hin. Olivia Nobs bleibt in Vancouver, als der Rest des Teams nach Mount Baker zum Freeriden fährt. Eine Achillessehnenentzündung («vielleicht ist es von den Schuhen, die wir zur Uniform tragen») hindert sie daran, an der Eröffnungsfeier teilzunehmen.
Alle vier Schweizerinnen überstehen zunächst die Qualifikation. Mellie Francon (28) gewinnt das Rennen gegen die Uhr sogar. Doch im Duell Frau gegen Frau leisten sie sich zu grobe Fehler. Mellie Francon wird 7. Simona Meiler belegt Platz 9 und Sandra Frei Platz 11.
Olivia Nobs hingegen bleibt bis zum Finallauf ohne Patzer. Teamintern gilt die Neuenburgerin zwar als herausragendes Talent, das nicht nur grossartig Snowboard fährt sondern auch im Tennis ein Ass war, und besser Fussball spielte als die meisten Buben.
Doch sie hat nie viel dafür tun müssen. Ihr fehle manchmal der letzte Biss, sagt Tanja Frieden. «Sie soll endlich einmal das Maximum aus sich herausholen», forderte die Olympiasiegerin von Turin im BLICK.
Olivia Nobs hat sich den Ratschlag der Goldmedaillengewinnerin zu Herzen genommen.
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Tanja Frieden, Olympiasiegerin von Turin 2006. (Blicksport)