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Der heisse Tanz an der Stange liegt im Trend. Selbst Hausfrauen können sich mittlerweile mit einem Stangentanz-Kurs im Fitnessstudio in Form räkeln.
Poledance ist laut Definition ein künstlerischer, teilweise akrobatischer Tanz an der und um die Stange. Und diese Sportart will ernst genommen werden und beweisen, dass Poledance mit Striptease nichts am Hut hat.
Die Deutsche Meisterin im Poledance, Jeannine Wilkerling, muss öfters gegen Vorurteile ankämpfen. Das Interview über Erotik, Reaktionen des Publikums und Verletzungsgefahren:
Frau Wilkerling, manche Ihrer Konkurrentinnen verdienen ihr Geld angeblich auf der Reeperbahn. Stört Sie das?
Jeannine Wilkerling: Davon weiss ich nichts. Ich konzentriere mich nur auf mich selbst und habe deshalb kaum Kontakt zu meinen Gegnerinnen.
Welche Rolle spielt die Erotik beim Poledance?
Immer diese lästigen Fragen wegen der Erotik. Poledance ist ein Sport wie jeder andere.
Die Männer im Publikum sehen das wohl anders.
Das ist mir egal. Während einer Kür realisiere ich nicht, wie das Publikum reagiert. Da bin ich voll konzentriert. Weshalb tanzen Sie an der Stange? Ich habe schon immer gerne Wettkampfsport betrieben. Früher war ich Geräteturnerin und machte Taekwondo. Poledance ist eine junge, ungewöhnliche Sportart. Das reizte mich, denn für so etwas Verrücktes bin ich immer zu haben.
Wie gross ist die Verletzungsgefahr?
Man muss aufpassen. Wer runterfällt, tut sich weh. Ich habe mich bislang erst einmal verletzt. Ich ging unaufgewärmt an die Stange und zog mir einen Muskelfaserriss zu.
Wie oft trainieren Sie?
Wenn möglich drei- bis viermal pro Woche jeweils zwei Stunden. Das ist auch notwendig, denn die Konkurrenz wird von Monat zu Monat besser. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, im Wohnzimmer eine Stange zu installieren. So könnte ich öfters trainieren. Ich muss besser werden, sonst werde ich in dieser Sportart, die sich so schnell weiterentwickelt, in Zukunft keine Siegeschancen mehr haben.
Ihr nächstes Ziel?
Die Weltmeisterschaften im März in Amsterdam. (Daniel Leu)
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Hier wird bewusst, dass Poledance wirklich Sport ist. Die Deutsche Meisterin Jeannine Wilkerling. (Stephan Pflug)