Kurz vor den Sommerferien: So krank sind unsere Meere wirklich

71 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Doch unsere Meere sind krank. Wie krank, zeigt ein globales Ranking, das Wissenschaftler mit dem World Economic Forum Davos erstellt haben - und das sie zum Tag der Meere am Samstag veröffentlicht haben. 

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Bei Touristen beliebt: Der Badestrand in Barcelonas Stadtviertel La Barceloneta (Archiv)

(Keystone)

Kurz vor Beginn der Sommerferien in vielen Kantonen bekommen dabei ausgerechnet beliebte Ferienländer miserable Noten. Italien und Portugal landen in Punkto Meeresgesundheit auf den Plätzen 51 und 57 von 171. Spanien und Griechenland liegen sogar auf Platz 64 bzw. 69. Die Gründe: zugebaute Küsten, Überfischung und Umweltverschmutzung.

Wer in den Sommerferien in rundum gesundes Wasser springen möchte, muss auf die Mini-Insel Jarvis im Pazifik fahren, die politisch zu den USA gehört. Sie schneidet im Ranking am Besten ab. Die Seychellen und Deutschland folgen auf Platz 3 und 4. Am schlechtesten schneiden die afrikanischen Küstenstaaten Sierra Leone, Liberia und die Demokratische Republik Kongo ab. 

«Wir zerstören das blaue Herz unserer Erde», sagt die amerikanische Meeresforscherin Sylvia Earle, die mit dem WEF zusammenarbeitet. «Dabei sind wir Menschen von den Weltmeeren abhängig.» Die Meere seien Quelle des Wassers, das wir trinken, und der Luft, die wir atmen. «Doch wir entnehmen den Meeren zu viel, wir entsorgen zu viel in ihnen und wir ignorieren die Krise, die wir eigenhändig verursacht haben», sagt Earle. 

Martin Naegele vom WEF sieht im Index ein wichtiges Mittel, das zeigt, wie bedroht die Gesundheit der Weltmeere sei: «Er soll ein Leitfaden für Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sein, damit sie im Hinblick auf den Schutz der Meere die richtigen Entscheidungen treffen können.» Auch Silvia Earle ist trotz allem optimistisch: «Es ist nicht zu spät, die Wende herbeizuführen - wenn wir nur bereit sind, der Katastrophe ins Auge zu schauen und zu realisieren, dass wir den Missbrauch nicht unbegrenzt weitertreiben können.»

>>Hier gehts zum Online-Portal des WEF-Projekts zur Meeresgesundheit.

Alle Kommentare (2)

  • Edith  Zellweger
    Jahrzehntelang zeigen wir Tier, Natur- und Umweltschützer immer wieder die Finger auf den gnadenlosen Missbrauch der Tierwelt und Natur! Doch wir werden stets belächelt und als Fanatiker hingestellt!

    Ich hoffe sehr, dass die Schreckensherrschaft der Menschheit hier bald ein Ende hat! Die Anzeichen dafür stehen gut! Meine Mutter sagte uns immer.....wer nicht hören will muss fühlen. Richtig so!
  • reinhard  hertig , gibswil
    solange im grossen stil und mit grossen finanziellen interessen jeder müll im meer versenkt werden kann und hochoffiziell darf wird es schwierig. nur ein beispiel, meerschiffe entleeren und reinigen treibstofftanks hoch-offiziell im meer. wen wundert dann die sauerei im meer? da haben wirtschaftsmächte grosses interesse, dass sich nichts ändert.

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