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Herr Olic, wie viel Wodka tranken Sie in Moskau?
Ivica Olic: Nur einen einzigen. Ich hatte zwei Tage vor einem Spiel 40 Grad Fieber, ging zum Teamarzt. Der verschrieb mir einen Wodka mit Pfeffer. Mir gings bald besser, ich konnte spielen. Ein gutes Rezept.
Wodka als Wundermittel. Was erwartet Seydou Doumbia sonst?
Ivica Olic: Das Problem ist die Sprache, da in der Mannschaft vor allem Russen spielen. An meinem ersten Tag kam der Coach, sagte: «Ich will dich nie in einer anderen Sprache als Russisch reden hören. Sonst kriegst du ein Problem.» Von da an sprach er nur noch Russisch mit mir. Am Anfang habe ich kein Wort verstanden, immer nur genickt. Doumbia sollte sofort einen Russisch-Kurs machen. Keiner der Russen in der Mannschaft spricht Englisch!
Doumbia kann nach zwei Jahren in der Schweiz noch nicht mal Deutsch… Was haben Sie gemacht, Frau Olic?
Natalie Olic: Mich mit Händen und Füssen durchgeschlagen. Mit Englisch kommst du nirgends hin.
Der Schweizer Eishockey-Goalie Martin Gerber – er spielt in Russland – hat gesagt: «Wenn ich in der Metzgerei Fleisch kaufen will, muss ich Muh machen.»
Ivica Olic: Mein Bruder und seine Freunde haben das auch gemacht. Sie waren auf Besuch und wollten Wild essen. Sie sind in der Metzgerei offenbar wie Rehe rumgehüpft. (lacht) Aber das Essen war toll.
Wie wild sind russische Meister-Feiern?
Ivica Olic: Die gibt es nicht. Nach dem Meister-Titel ist einfach jeder nach Hause gefahren. Man hat nie als Team was zusammen gemacht. Nie in dreieinhalb Jahren! Nach dem Uefa-Cup-Sieg wurden wir vom damaligen Präsidenten Wladimir Putin empfangen. Aber das wars dann auch. In die Stadt mit Autokorso oder so, das gabs nie. Die Stadt hat 12 Millionen Einwohner. Vielleicht sieben Millionen haben keine Ahnung von Fussball.
Hatten Sie Freunde in Moskau?
Natalie Olic: Die Spieler aus Ex-Jugoslawien trafen sich mit den Familien immer in einem Restaurant. Da kamen einige aus den sieben Moskauer Klubs zusammen, es war ein sehr schöner Zusammenhalt. Viele hatten Kinder im selben Alter.
Und dann sind Sie Anfang 2007, am letzten Tag der Transferperiode, zum Hamburger SV gewechselt.
Ivica Olic: Ja, ich flog direkt aus dem Trainingslager in Israel nach Hamburg.
Natalie Olic: Ich war alleine in Moskau und habe erst nur geweint. Alles ging so schnell, es wurde mir alles zu viel. Der Schnee lag zwei, drei Meter hoch und ich musste alles organisieren. Beim Wechsel zum FC Bayern war es besser, weil es ein halbes Jahr vorher feststand. Darauf konnte man sich einstellen.
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