30 Frauen getötet? Serienkiller arbeitete für Polanski

  • Publiziert: 25.02.2010, Aktualisiert: 10.02.2012

LOS ANGELES – Rodney Alcala (66) gilt als charmanter Verführer. Doch jetzt ist klar: Er hat fünf Frauen umgebracht – und vielleicht noch viel mehr. Er könnte der schlimmste Serienmöder der USA sein.

Rodney Alcala (66) hatte einen mörderischen Trick auf Lager: Er bot Frauen an, Modelaufnahmen von ihnen zu machen und lockte sie damit in seine Wohnung. Dann brachte er sie auf brutalste Weise um.

Noch ist unklar, wieviel Frauen Alcala getötet hat. Angeklagt ist er wegen fünf Morden. Doch es könnten viel mehr sein. Ermittler Steve Hodel geht von «20, 30 Opfern» aus!

Der charismatische Alcala hatte noch ganz andere Tricks auf Lager. Rückblick aufs Jahr 1978: Bei einer TV-«Dating»-Show können Zuschauerinnen unter Kandidaten denjenigen auswählen, mit dem sie ein Rendez-vous haben möchten. Eine junge Frau fragt Alcala, wann sie ihn treffen könne: «Am besten nachts.» – «Warum denn nicht am Morgen oder Nachmittag?» – «Nachts ist einfach am besten. Dann ist man bereit», sagt Alcala geheimnisvoll. Und er sagt es so charmant, dass die Frau mitmacht. Es ist ihr Todesurteil.

«Er könnte keiner Fliege etwas zuleide tun»

Alcala hatte eine vielversprechende Zukunft vor sich. In Los Angeles schloss er sein Kunststudium mit Auszeichnung ab, in New York studierte er Filmwissenschaften. Alcala war so begabt, dass er sogar für Star-Regisseur Roman Polanski arbeiten durfte.

Kusshände für die Angehörigen der Opfer

Sein wahres Gesicht bekamen dann seine Opfer zu sehen. «Er würgte Frauen, bis sie ohnmächtig wurden», erzählt Staatsanwalt Matt Murphy «ABC News». «Dann liess er sie wieder zu sich kommen. Weil es ihn antörnte, wenn er andere leiden sah.»

In einer früheren Gerichtsverhandlung warf er der Mutter einer Ermordeten sogar Kusshände zu. «Ich dachte, ich dreh durch,» sagt die Frau.

Bisher gelang es Alcala immer, den Mordverdacht abzuwehren. Er wurde nur kurz für kleinere Vergehen bestraft. Doch jetzt ist wohl Schluss.

«Alcala liegt irgendwo zwischen Hitler und Ted Bundy», sagt Detektiv Cliff Shepard von der Polizei in Los Angeles. Bundy hatte in den 1970er-Jahren mindestens 28 junge Frauen und Mädchen in verschiedenen Bundesstaaten ermordet.

Wieviele Morde die Richter Alcala werden nachweisen können, bleibt abzuwarten. Aber es dürfte klar sein, dass Alcala für die nächsten Jahre hinter Gitter verschwinden wird. (snx)

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