Bundesrats-Wahlen – die Nominierten sind bekannt Sechs Kandidaten kämpfen um zwei Sitze

  • Publiziert: 03.09.2010, Aktualisiert: 10.02.2012

BERN - Die Entscheide sind gefallen: Die SP schickt Jacqueline Fehr (ZH) und Simonetta Sommaruga (BE) ins Rennen. Auch die FDP hat ein Zweierticket: Karin Keller-Sutter (SG) und Johann Schneider-Ammann (BE). Auch Grüne und SVP haben ihre Kandidaten nominiert.

Dies sind die Kandidaten für die Bundesrats-Wahl vom 22. September:

FDP: Die Freisinnigen haben heute Nachmittag als Kandidaten für die Nachfolge von Bundesrat Hans-Rudolf Merz die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter und den Berner Nationalrat Johann Schneider-Ammann nominiert.

Den ersten Platz auf dem Zweierticket erhielt Karin Keller-Sutter. Sie wurde im dritten Wahlgang mit 23 von 45 Stimmen gewählt, wie FDP-Fraktionschefin Gabi Huber sagte. Für den zweiten Listenplatz wurde Johann Schneider-Ammann im ersten Wahlgang gewählt, ebenfalls mit 23 von 45 Stimmen.

Die 46-jährige Karin Keller-Sutter gehört seit 10 Jahren der St. Galler Regierung an. Der Justizdirektorin wurde wegen ihrer Positionen in der Ausländerpolitik sowie ihrem Vorgehen gegen Fussball-Hooligans die Etikette «Eiserne Lady der Ostschweiz» angehängt.

Auf ihre Initiative hin führte St. Gallen 2003 als erster Kanton die polizeiliche Wegweisung gewalttätiger Ehepartner ein. Das Instrument setzte sich schweizweit durch. Mit diesem Engagement hat Keller-Sutter selbst bei den Linken gepunktet.

Der 58-jährige Johann Schneider-Ammann hat sich vor allem als Vertreter des Werkplatzes und der Sozialpartnerschaft einen Namen gemacht. Schon früh hat er überrissene Manager-Boni sowie das Verhalten der Finanzbranche kritisiert. Damit hat sich der Präsident des Branchenverbandes Swissmem auch bei der Linken Sympathien geholt.

Heute zählen Schneider-Ammann und seine Familie mit einem geschätzten Vermögen von 500 bis 600 Millionen Franken zu den 300 Reichsten der Schweiz.

SP: Die SP hat sich heute Nachmittag für ein Frauen-Zweierticket entschieden. Als Kandidatinnen für die Nachfolge von Bundesrat Moritz Leuenberger schickt sie die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga und die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr ins Rennen.

Für den ersten Platz auf Liste wurde Sommaruga im fünften Wahlgang mit 26 Stimmen gewählt. Für den zweiten Platz wurde Jacqueline Fehr mit 42 Stimmen erkoren. Unterlegen waren die Baslerin Eva Herzog und die St. Gallerin Hildegard Fässler.

Simonetta Sommaruga gilt als pragmatische Politikerin, die sich über die Parteigrenzen hinaus verständigen kann und tragfähige Lösungen sucht. Die 50-Jährige ist im Bundeshaus bestens vernetzt und pflegt gute Kontakte auch ins bürgerliche Lager.

Als Konsumentenschützerin geniesst Sommaruga auch in der Bevölkerung viel Sympathie, was ihr bei Volkswahlen regelmässig Spitzen-Resultate einträgt.

Jacqueline Fehr wird für ihre sachbezogene Politik gelobt. Die 47- jährige Winterthurerin beschäftigt sich vor allem mit Familien-, Verkehrs-, Bildungs- und Gesundheitspolitik.

Bevor die heutige Vize-Präsidentin der SP Schweiz 1998 in den Nationalrat einzog, hatte sie im Stadtparlament von Winterthur sowie im Zürcher Kantonsparlament politisiert. Nach einem zweijährigen Abstecher in die Verwaltung wurde die ausgebildete Sekundarlehrerin 1997 selbständige Beraterin.

Angriff von SVP und Grünen

Angegriffen werden die beiden Parteien von der SVP. Die Volkspartei hat heute den Freiburger Nationalrat Jean Francois Rime einstimmig als Kampfkandidaten nominiert.

Ebenfalls in den Bundesrat wollen die Grünen. Sie stellen die Solothurner Nationalrätin Brigit Wyss zur Wahl.

So geht es weiter

Mit der Nominierung durch ihre eigene Partei haben die Bundesrats-Kandidaten heute eine wichtige Hürde genommen.

Jetzt müssen sie sich den offiziellen Hearings der Parteien stellen. Diese finden in der ersten Sessionswoche, voraussichtlich am 14. September, statt. Welchen Eindruck sie dort hinterlassen, wird sich schliesslich am Wahltag, am 22. September, zeigen. (SDA/snx)

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News

Wen würden Sie in den Bundesrat wählen?»

  • 15,8% Simonetta Sommaruga SP/BE
  • 4,0% Jacqueline Fehr SP/ZH
  • 18,3% Karin Keller-Sutter FDP/SG
  • 17,5% Johann Schneider-Ammann FDP/BE
  • 3,7% Brigit Wyss Grüne/SO
  • 34,2% Jean Francois Rime SVP/FR
  • 6,4% Keine/n von denen