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EURO 2008: Streit um Fernsehbilder der EURO 2008

Aktualisiert um 11:50 | 16.06.2008
BERN - «Albernheiten»: So reagiert der europäische Fussballverband UEFA auf die Kritik an den zensurierten Fernsehbildern von der Fussballeuropameisterschaft EURO 2008. Alle Bilder seien immer verfügbar gewesen, kontert der Verband.

Armin Walpen, Generaldirektor der SRG SSR idée suisse, hatte die von der Nachrichtenagentur SDA aufgedeckte Nichtausstrahlung unliebsamer Bilder von Fans in der Sonntagspresse heftig kritisiert.

Von Dritten ausgewählte Bilder seien aus Sicht der journalistischen Unabhängigkeit «mehr als problematisch». Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich ist über die Bilder-Hoheit der UEFA nicht glücklich.

Die Kritik entbehre jeglicher Grundlage, erklärte UEFA-Sprecher William Gaillard im Westschweizer Radio RSR. Das seien «Albernheiten». Das Fernsehen selbst habe sich publizistisch entschlossen, Bilder von bengalische Feuer abbrennenden Fans und kroatischen Zuschauern, die für ein Bier werben und das Spielfeld stürmen wollten, nicht zu zeigen.

Gemäss Gaillard hätte sich SRG SSR idée suisse besser zuerst mit den eigenen Regisseuren unterhalten. Diese seien mit den UEFA-Technikern, welche die Bilder liefern, in ständigem Kontakt. Die UEFA-Leute hätten sie darauf hinweisen können, dass alle Bilder ständig auf einem der von der UEFA gestellten zehn Bildkanäle verfügbar gewesen wären.

Vergangene Woche hatte die UEFA ihre Bildauswahl damit gerechtfertigt, sie wolle der Gewalt keine Bühne bieten. Ausserdem seien solche Szenen «nicht relevant».

Der deutsche Sender ARD zeigte dennoch während vier Sekunden beim Match Deutschland - Kroatien, wie im kroatischen Fansektor Petarden gezündet wurden. Offen ist die Frage, ob diese Bilder mit dem internationalen Signal der UEFA übermittelt oder von den ARD-eigenen Zusatzkameras im Stadion eingespiesen wurden.

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