Zur Halbzeit legte der Maler den Pinsel ab «Für diesen Pfusch bezahlten wir 2000 Franken»

UFFIKON LU - Eigentlich sollte er die ganze Fassade neu streichen. Doch ein dreister Betrüger hörte nach der Hälfte mit der Arbeit auf und haute mit 2000 Franken ab.

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Monatelang musste Mieterin Renate Zala (54) in einem halb gestrichenen Gebäude in Uffikon LU wohnen. Sie und Hausbesitzerin Andrea Wilhelm (45) wurden Opfer eines Betrügers.

Der Maler nannte sich Francesco

Im Juni 2015 meldete sich ein gewisser Francesco bei Andrea Wilhelm. Wie sich später herausstellte, heisst der Mann eigentlich Jairsinho R.* (35). «Er sagte, er wolle meine Hausfassade verschönern. Er würde gerade sein Geschäft in der Region aufbauen und könnte mir einen guten Preis machen», so die Hausfrau. Für 8000 Franken würde er die komplette Fassade und den Balkon streichen. «Ich glaubte ihm», sagt die Luzernerin.

Er wirkte sehr seriös

Kurz darauf trifft sich die Hausbesitzerin mit dem angeblichen Maler vor Ort. «Er wirkte sehr seriös, kam mit einer Mappe und der Farbpalette», so Wilhelm. Auch auf die Mieterin macht der Mann einen guten Eindruck. «Er schien professionell zu sein», sagt Zala.

Schon am nächsten Tag erscheint Jairsinho R. und beginnt mit den Vorbereitungen. Aber bereits am ersten Tag will er einen Vorschuss. «Ich gab ihm 1000 Franken und bekam sogar eine Quittung», sagt Wilhelm. Wie sich später herausstellt: eine Fälschung.

Auch am Folgetag kommt R. wieder, beginnt das Haus zu streichen. «Dann wollte er noch einmal 1000 Franken. Für neue Farbe», sagt Mieterin Zala. Sie gibt ihm das Geld. R. verschwindet – für immer! 

Das Geld ist bis heute weg

Mehrmals versuchten Hausbesitzerin und Mieterin den Maler per Handy zu erreichen. «Anfangs reagierte er noch. Er sagte, dass sein Vater gestorben sei, und dass er das Geld zurückzahlen werde.» Doch das geschah bis heute nicht.

Wilhelm erstattete Anzeige und liess das Haus von einer anderen Firma fertig streichen. «Summa summarum kostete mich das ganze 20'000 Franken», sagt sie. Die beiden Frauen vermuten, dass sie nicht die einzigen sind, die auf dem Maler auf den Leim gekrochen sind. «Wir möchten vor solchen Haustür-Angeboten warnen. Das kann total schiefgehen», sagt Zala.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 28.11.2016 | Aktualisiert am 11.01.2017
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24 Kommentare
  • Annemarie   Setz 28.11.2016
    Ich bin der Ueberzeugung, dass seriöse Handwerker einen Vorschuss erhalten sollen, denn sie müssen schliesslich Farben, Platten und was auch immer zuerst beschaffen und dann mit der Arbeit beginnnen. Die Betonung liegt bei mir aber auf dem Wort seriös, und da ist es am besten, wenn man sich auf den bekannten Handwerker in der Gemeinde verlässt. Auch im Ausland, zum Beispiel in Spanien wird von Spaniern seriös gearbeitet, aber nicht irgend einem Fremden mit Schnäppli-Angebot vertrauen.
    • Walter  S. aus Zug
      28.11.2016
      Der Meinung bin ich gar nicht! Schon gar nicht bei einem Maler! Wenn das seriöse Geschäft nicht mal dieses Material ohne Vorschuss beschaffen kann läuten alle Alarmglocken! Notabene arbeiten auch Maler nach SIA-Vorschriften und diese Besagen, Bezahlung nach geleisteter Arbeit, gilt auch für Akontozahlungen!
  • Heiny W.  Dürr 28.11.2016
    Rico Derster, Sie sagen es. Sie trauen dem Kunden nicht, weshalb ich Sie frage wieso soll dann der Kunde Ihnen trauen ?? Wenn man mit einem seriösen Handwerker vom Dorf einen Vertrag macht, dann klappt es auch. Wenn man aber ein paar Franken sparen will, dann geht der Schuss meistens hinten raus.
  • Josef  Villiger 28.11.2016
    Der war ja richtig anständig: ein anderer hätte schon nach einer halben stunde den pinsel abgelegt, zu recht. ein anruf oder eine mail zu einem lokalen maler wäre sicher vorteilhafter und günstiger gewesen. make switzerland great(er) again!
  • Dave  Hawtin aus Kaiseraugst
    28.11.2016
    Ich habe von Bauarbeiten an einem Haus praktisch keine Ahnung aber 20000 für die Aussenbemalung eines Hauses scheint mir aber auch ziemlich viel zu sein.
  • Adolf  Brändle 28.11.2016
    Dass die Geschichte regulär Fr. 20000 kostet, erfuhr sie erst später. Nicht nur wegen des Geldes, auch wg. Pfusch, hätte ich mich an einen Ortsansässigen gewendet.