42 Verletzte – 1 Toter – Rega im Einsatz Zugunglück mit Glacier Express im Wallis

  • Aktualisiert am 19.01.2012
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BRIG - Bei einem Bahnunfall zwischen Lax und Fiesch wurden 42 Personen verletzt, darunter einige schwer, sowie eine Person tödlich. Offenbar sind drei Wagen des Glacier-Express umgekippt. Sechs Rettungshelikopter sind im Einsatz.

Zwischen Lax und Fiesch ist es um die Mittagszeit zu einem Zugunglück gekommen. Drei Wagen eines Glacier-Express sind entgleist und einen Abhang runtergerutscht.

Grossteil waren Japaner

Dabei haben sich die Wagen überschlagen. Die Polizei bestätigt, dass eine Person ums Leben kam. 42 Personen wurden gemäss Polizeimeldung verletzt, offenbar zehn bis zwölf Schwerverletzte, zehn mittelschwer Verletzte und bis zu 20 Leichtverletzte. Im Zug waren laut einem Sprecher der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) 210 Personen.

Der Grossteil der Zuginsassen in den beiden umgekippten Zügen waren japanische Touristen. Bei Fiesch wurde ein Not-Lazarett für die Verletzten eingerichtet. Die Strasse ist ab Lax gesperrt.

Verletzte in Waliser Spitäler, nach Lausanne und Genf gebracht

«Unter den Verletzten sind einige schwer verletzte Personen. Sie wurden vor kurzem bei uns eingeliefert», sagte Kilian Ambord, technischer Einsatz-Leiter im Spitalzentrum Oberwallis in Visp zu Blick.ch nach dem Unfall. Fast alle Verletzten wurden in Walliser Spitäler gebracht. Zwei Verletzte wurden ins Universitätsspital Lausanne gebracht, eine Person nach Genf.

Philippe Imboden von Air Zermatt: «Wir waren mit 5 Helikopter vor Ort. Unsere Piloten flogen die Schwerverletzten in die umliegenden Spitäler.»

Auch die Rega sei mit einem Helikopter im Einsatz gewesen, sagt Rega-Sprecher Christian Trottmann zu Blick.ch.

Ein Wagen liegt auf dem Dach

Blick.ch sprach mit einem Wirt, der das Ganze mitbekam. «Ich habe es gesehen. Es passierte gleich vis-à-vis dem Restaurant Gommerstuba, zirka 2 Kilometer Luftlinie. Es knallte. Die hinteren zwei Wägen kippten um. Den Restaurant-Wagen hat es auch erwischt. Der hintere Wagen steht fast auf dem Dach, der ist fast den Hang ab verreist.»

Dabei hätte es noch viel schlimmer kommen können: «Wenn der Zug ein paar Meter weiter gefahren wäre, wäre es noch schlimmer: Dann wären die Wagen ins Tobel gefallen», sagt der Augenzeuge weiter.

Offenbar gestaltete sich auch die Bergung schwierig. Die Helikopter mussten mit langen Seilen und Winden arbeiten. «Die vorderen drei Wagen standen unversehrt auf der Brücke. Es war schwierig für die Rettungskräfte, die Verletzten zu bergen», berichtete eine Zeuge vor Ort.

Wurden die Schienen durch Temperaturschwankungen verbogen?

Die Unfallursache ist noch unklar. Wie die «Tagesschau» berichtet wird vor Ort eine sogenannte Verwerfung vermutet. Das heisst, dass sich die Schienen durch die raschen Temperaturschwankungen verbogen haben.

Helmut Biner, Kommunikationschef der MGB, schloss dies aber in der Sendung «10 vor 10» vom aus. «Wir gehen von technischen Ursachen in irgend einer Form aus», sagte er.

Wie ein Sprecher der MGBahn gegenüber dem Walliser Nachrichtenportal «1815» erklärt, seien vor einigen Wochen Gleisarbeiten zwischen Lax und Fiesch durchgeführt worden. Es sei aber ebenso noch unklar, ob diese Arbeiten an der betroffenen Stelle durchgeführt wurden und ob dies einen Einfluss hatte. (mik/jbu/krt/byg/spj)

Haben Sie etwas gesehen?

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ley@ringier.ch
- Keystone

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