Staatsanwaltschaft hat entschieden SBB ist nicht schuld am Zug-Drama in der Waadt

LAUSANNE - VD - Über drei Jahre nach dem Zugunglück in der Waadt, bei dem ein Lokführer ums Leben kam, hat die Waadtländer Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen eingestellt. Die SBB sei nicht mitschuldig, so ihr Fazit.

Zugunfall in der Waadt: Untersuchungen gegen SBB eingestellt play
Nach der tödlichen Frontalkollision zweier Züge im waadtländischen Granges-Marnand 2013 ist die Untersuchung gegen die SBB eingestellt worden. (Archivbild) KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

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Weil ein Lokführer ein Rotlicht missachtet hatte, kam es im Sommer 2013 im waadtländischen Granges-près Marnand VD zum tragischen Unglück. Der Regionalzug krachte frontal in einen entgegenkommenden RegioExpress. Während sich der Lokführer, der nicht angehalten hatte, mit einem Sprung vom Zug hatte retten können, kam der andere Zugführer beim Crash ums Leben. 26 Personen wurden verletzt.

Nun, über drei Jahre nach dem Zugdrama, stellt die Waadtländer Staatsanwaltschaft fest: Die SBB ist nicht für den Unfall verantwortlich.

Angehörige des Lokführers, der das Haltesignal missachtet hatte, hatten die zusätzliche Untersuchung vor dem Kantonsgericht erstritten. Geprüft werden sollte, inwiefern die SBB eine Mitschuld tragen. Der verantwortliche Lokführer wurde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Lokführer kommt bald vor Gericht

«Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der SBB oder ihrer Mitarbeitenden, ausgenommen des bereits vor Gericht angeklagten Lokführers, konnte ausgeschlossen werden», teilte die Waadtländer Staatsanwaltschaft nun mit. Sie hatte unter anderem die Sicherheit, die Einrichtungen und das Rollmaterial, die Ausbildung des Personals, eine eventuelle Vorhersehbarkeit des Unfalls sowie das Vorgehen zur Modernisierung des Bahnhofs geprüft.

Weil nun die Strafbarkeit weiterer Akteure ausser des Lokführers ausgeschlossen werden konnte, wurde die zusätzliche Strafuntersuchung eingestellt. «Es wurden keine strafrechtlich relevanten Fehler oder Fahrlässigkeit gefunden», sagte der zuständige Staatsanwalt Stephan Johner. Falls innerhalb von zehn Tagen kein Rekurs eingehe, sei der Fall abgeschlossen.

 Der Lokführer kommt gemäss der Staatsanwaltschaft in den ersten Monaten des nächsten Jahres vor Gericht. (SDA/lha)

Publiziert am 21.11.2016 | Aktualisiert am 21.11.2016
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