«Kein Lebensmittel» Zürich stoppt Spinnengift-Pizza

ZÜRICH - ZH - Ein Blick am Abend-Bericht rief die Behörden auf den Plan. Nun darf Ismail Ertekin seine Pizza mit Spinnen-Gift nicht mehr verkaufen.

  • Publiziert: 09.07.2012
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Stammkundinnen Lana und Francesca testeten die Gift-Pizza.

(Andrea Schmits)
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Die Pizza mit Gift kostete gleich viel wie ohne.

(Andrea Schmits)

«Das ist doch paradox. Konservierungsmittel sind beispielsweise viel schädlicher als meine Giftpizzen», regt sich Pizza-Bäcker Ismail Ertekin auf. Der verrückte Pizzaiolo bot letzte Woche Pizzen mit Skorpion-, Schlangen- und Spinnengift an.

Nach einem Bericht von Blick am Abend nahm die städtische Lebensmittelkontrolle die Giftpizzen genauer unter die Lupe. Das Ergebnis: Ertekin musste die Giftpizzen sofort aus dem Angebot streichen.

Bei den Giftpräparaten handelt es sich um homöopathische Arzneimittel. Das Problem: «Arzneimittel sind keine Lebensmittel und sind auch nicht als Zutat auf einem Lebensmittel erlaubt», sagt Fer­dinand W. Uehli, Leiter ­Gesundheitsschutz.

Ausserdem sei die Werbung irreführend. «Pizza mit erlesenem Gift» heisst es auf der Karte. «Das ist eine Täuschung. Die verwendeten Präparate enthalten praktisch kein Gift», sagt Uehli.

Ismail Ertekin ist verärgert über die Behörden. «Das Gift sollte einen symbolischen Charakter haben», so Ertekin. Ausserdem sei die Pizza bei den Kunden gut angekommen. «Besonders beliebt war die Giftpizza bei Personen mit Spinnen- oder Schlangenphobie. Sie versuchten damit ihre Angst abzubauen.» (woz)

Beliebteste Kommentare

  • Dinu  Marsson , via Facebook
    Der kleine Unterschied zu Konservierungsmitteln ist, dass diese einen Nutzen haben, der der potentiellen Gefährlichkeit gegenübersteht. Lebensmitteln mit potentiell schädlichen Substanzen anzureichern ist schon für sich ein zynischer Gedanke. Gut, dass solcher Quatsch behördlich gestoppt wird.
  • Christian  Erhart , via Facebook
    Ismail hat vergessen das in einem normalen Gesetz alles erlaubt ist was nicht verboten ist. Aber im Lebensmittelrecht alles verboten ist was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Und das ist auch gut so.

Alle Kommentare (23)

  • Fabian  Kuster
    Homöopathische Arzneimittel sollten auf jeder Pizza erlaubt sein, weil sie weder einen Wirkstoff enthalten noch eine Wirkung zeigen, welche ueber den Placebo Effekt hinausgehen wuerde. Wer mir nicht glaubt kann mal gerne die Literatur dazu studieren. Allerdings ist der Placebo Effekt nicht zu unterschaetzen. So gesehen wuerde es reichen, dass der Pizzaiolo nur sagt es sei Gift drin, ohne ueberhaupt irgendwas ausserordentliches beizufuegen. Der Tatbestand der Taeuschung waere zwar dann immer noch erfuellt...
    • 10.07.2012
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  • rene  bircher
    ...was dich nicht umbringt macht dich stark... voll bekloppt!!! oder was???
    und gegen den durst wohl ein glas motorenoel?
    • 10.07.2012
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  • A.  Meier , Basel
    Homöopathische Arzneimittel in der Pizza!!! Was kommt als nächstes? Voltaren Dolo Salbe in der Pizza Margherita???????
    • 10.07.2012
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  • Wörner  Christoph , Zürich , via Facebook
    Wenn du heute in der Lebensmittelbranche etwas werden willst, dann brauchst du keinen Koch, sondern einen Chemiker, einen Werbemanager und ein Heer von Anwälten.
    • 10.07.2012
    • 23
    • 2
  • Jsa  Sigron , via Facebook
    alles was recht ist, auch wenn es geringe oder gar keine anteile an gift drin hatte, es gibt dennoch menschen die auch auf microgramm allergisch reagieren können!
    Eigentlich sollte man diesen Pizzaladen gleich mal genauer kontrollieren, ob auch Mehl im teig ist und nicht was ganz anderes....
    • 09.07.2012
    • 19
    • 7
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