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Statt eines hochmodernen Fussballtempels muss Zürich nach dem Rückzug der CS mit einem kleinen Kompromiss Vorlieb nehmen. Der Entscheid für ein Hardturm light mit einer Kapazität von nur 20000 Sitzplätzen sorgt bei den Blick.ch-Lesern für bissige Kommentare: «Typisch Zürich: grösste Klappe, kleinstes Stadion», spottet Heinz Zuber aus Bern. «20000 Plätze für GC und FCZ Das ist ja lächerlich. Zürich bleibt eine bünzlige Kleinstadt», schimpft Reto Hauser aus Thalwil.
Angesichts des durchschnittlichen Fanaufmarsches bei Spielen von GC und dem FCZ reicht das zwar für normale Meisterschaftsspiele aus. Dennoch hätte man in der grössten Schweizer Stadt gerne mit der grossen Kelle angerichtet. Vor allem wird man mit dieser Lösung auf Länderspiele verzichten müssen.
Grossprojekt mit Erfolg verhindert
Der geplante Fussballtempel im Hardturm erwies sich rasch als Rohrkrepierer: Das Spielfeld auf dem Dach eines Shoppingcenters, bezahlt und betrieben von der Grossbank Credit Suisse, wurde zum Zürcher Zankapfel mit nationaler Ausstrahlung.
Letztlich sorgte der vehemente Widerstand der Zürcher Sektion des Verkehrsclub Schweiz (VCS) sogar für die Volksabstimmung über die Abschaffung des Verbandsbeschwerderechts. Das Stimmvolk wollte davon nichts wissen. Dem Stadion in Zürich nützte es nichts.
Gehts diesmal ohne Einsprachen?
Ursprünglich sollte der neue Hardturm ja sogar für die Euro 08 fertig sein. Doch zahlreiche Einsprachen und Beschwerden haben den Baubeginn immer wieder hinausgezögert. Die drei Zürcher Spiele an der Fussball-Europameisterschaft mussten ins Leichtathletikstadion im Letzigrund ausweichen.
Nun soll es frühestens in fünf Jahren dennoch ein reines Fussballstadion in Zürich geben. Gebaut von der Stadt, bezahlt von den Clubs und weiteren Aktionären. Ob das Projekt mit den drei Hochhäusern plus Mini-Stadion durchkommt, ist noch offen. Die Beschwerdeführer gegen das gescheiterte Projekt kündigen aber bisher keinen Widerstand an. Sie möchten im Zusammenhang mit dem Rückzug der CS-Pläne auch nicht als Verhinderer gelten.
Bevor der FC Zürich, Schweizermeister 2009, und der in finanziellen Schwierigkeiten steckende Grasshoppers Club im neuen Hardturm gegeneinander spielen können, müssen sich die Zürcher wohl noch viel Spott anhören. Und die Schweizer Nati bei wichtigen Spielen in Basel anfeuern. Dort haben über 30000 Fans Platz.