«Respekt» Zürcher Nulltoleranz ist Vorbild für die Schweiz

  • Publiziert: 06.12.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Silvana Guanziroli und Christian Maurer

Sie zeigt null Toleranz bei Gewalt gegen Beamte. Die Zürcher Stadtpolizei erntet dafür viel Applaus aus Polizeikreisen.

Der Einsatz war hart, für viele hart an der Grenze: Ein friedlicher, wenn auch falsch fahrender Velofahrer touchiert ein Polizeiauto, wird von einem Polizisten am Kragen gepackt, gegen die Wand geschleudert und in Handschellen gelegt.

Diese Bilder waren am Mittwoch in der Sendung «10 vor 10» zu sehen. Sie stehen für die harte Gangart der Stadtpolizei gegen die zunehmende «Respektlosigkeit und Gewalt gegen Beamte und andere Einsatzkräfte».

Die Zürcher Aktion «Respekt» findet bei anderen Korps und Polizeiverbänden grossen Anklang. «Ich begrüsse diese härtere Gangart», sagt Karin Keller-Sutter (45), Justiz- und Polizeidirektorin des Kantons St. Gallen. «Polizisten werden zunehmend beschimpft, bespuckt oder auch geschlagen. Wir sollten nicht die Polizei kritisieren, sondern uns fragen, warum solche Einsätze nötig geworden sind.»

Auch Max Hofmann, Generalsekretär des Polizeibeamtenverbandes VSPB, nimmt die Zürcher in Schutz: «In den vergangenen acht Jahren hat die Gewalt gegen Beamte um 180 Prozent zugenommen.» New York führte Anfang der 90er-Jahre die Nulltoleranzpolitik auch bei Bagatellen ein.

Die Zahl der Morde sank von über 2000 auf weniger als 500 pro Jahr. Die Aktion könnte eine Signalwirkung auf den Rest der Schweiz haben. Pierre Nidegger, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten: «Wir werden die Zürcher Massnahme diskutieren und prüfen, ob auf nationaler Ebene Massnahmen nötig sind.»

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Schweiz

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