Zürcher Clubs machen mit Stempel mobil Party gegen die Durchsetzungs-Initiative

ZÜRICH - Am Wochenende erhielt man bei zahlreichen Zürcher Nachtclubs einen Stempel gegen die Durchsetzungsinitiative zum Einlass. Die Spontanaktion von vier Zürchern soll die junge Generation zum Abstimmen motivieren.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Darm-Drama im Züri-Zoo Tiger Coto (†14) eingeschläfert
2 Wegen Terror-Angst Zürcher Schule streicht Sprachreise nach Montpellier
3 Schon wieder! Mann (57) fällt vom Motorboot ins Wasser

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
131 shares
35 Kommentare
Fehler
Melden

Nächste Woche stimmt die Schweiz über die Durchsetzungsinitiative ab. Gegner und Befürworter weibeln derzeit mit ihren Kampagnen in der ganzen Schweiz für Stimmen. In Zürich haben am vergangenen Wochenende Nachclubs gegen die bevorstehende Abstimmung mobil gemacht. Und zwar haben sie für den Einlass ihrer Besucher einen Stempel mit der Aufschrift «Nein, am 28.» benutzt.

12715231_10153948760728308_7685445804427197878_n.jpg play
Dieser Stempel wurde für den Club-Einlass gestaltet.

Die Aktion wurde von vier Zürchern ins Leben gerufen. «Es war eine spontane Sache», sagt Nick Lobeck. Der Agenturinhaber hat sich auf Facebook dazu inspirieren lassen. Denn das «Palace» in St. Gallen hatte ein paar Tage zuvor einen solchen Stempel für ihren Einlass produziert. So kreierten Lobeck und seine Freunde, Filmemacher Maximilian Speidel, Industriedesignerin Barbara Lobeck und Grafikerin Jalscha Römer kurzerhand eigene Stempel. «Jeder ist individuell gestaltet», sagt Lobeck.

Barbara Lobeck, Maximilian Speidel, Jalscha Römer und Nick Lobeck setzen mit ihrer Aktion ein Zeichen gegen Durchsetzunginitiative. play
Barbara Lobeck, Maximilian Speidel, Jalscha Römer und Nick Lobeck setzen mit ihrer Aktion ein Zeichen gegen Durchsetzunginitiative.

Die Stempel fanden in der Clubszene von Zürich dann auch grossen Anklang. Am Freitag und Samstag platzierten die Vier 33 Stempel.  «Bogen F», «Dynamo», «Exil», «Gonzo», «Kanzlei Club», «Kauz», «Longstreet Bar», «Papiersaal», «Revier», «Rote Fabrik», «Stall 6», «Zukunft», «Helsinki», «Plaza», «Blok», «Ambossrampe» und das «Klubi» sind unter den Zürcher Clubs. Auch in Luzern, Basel und Bern konnten sie ihre Stempel unterbringen. Diese Woche habe das Mascotte auch noch Stempel für ihre Events bestellt. Die Stempel waren für alle Clubs gratis – ihr Anliegen war es vor allem, die junge Generation zum Abstimmen zu motivieren.

Club-Organisation ist begeistert

Für die Platzierung brauchte es keine grosse Überzeugungsarbeit: «Die Clubbetreiber haben immer sofort zugesagt und fanden die Aktion toll.» Das freut die Initianten. Der Stempel sei nicht als politische Aktion gewertet worden. Für viele geht es bei der Abstimmung nicht um Politik, sonder um einen Angriff auf den Schweizer Rechtsstaat», sagt Lobeck.

Die Bar & Club Kommision Zürich findet die Stempel-Aktion gelungen. «Eigentlich sind wir politisch neutral, aber bei dieser Abstimmung erlauben auch wir uns eine Meinung», sagt Medienbeauftragter Alex Bücheli. Viele Angestellte in Clubs und Bars hätten einen ausländischen Pass. Diese Abstimmung würde deshalb bei vielen grosse Verunsicherung schaffen. Zudem sei ein Stempel ein interessantes Instrument, um eine Botschaft zu verbreiten.

SVP Tuena begreift Clubbetreiber nicht

Sehr kritisch: Mauro Tuena (SVP ZH). play
SVP-Mann Mauro Tuena ist gerne im Nachtleben unterwegs. Keystone

Mauro Tuena hat für diese Aktion kein Verständnis. Der SVP-Nationalrat ist selbst oft im Zürcher Nachtleben unterwegs. «Gerade die Clubbetreiber müssten doch froh sein, wenn sich die Initiative durchsetzt», meint er.

Denn meistens würden gewalttätige Auseinandersetzungen vor Clubs und Bars stattfinden. An denen seien vielfach Ausländer beteiligt und diese hätten keinen Platz in der Schweiz. «Ich bin nur froh, dass mein Lieblingsclub hierbei nicht mitmacht», meint Tuena, der gerne zu Schlagerpartys geht.

Publiziert am 16.02.2016 | Aktualisiert am 18.08.2016
Stv. Chefredaktor: Andreas Dietrich

Das meint BLICK zur Durchsetzungs-Initiative: Volkswille? Parteiwillkür!

Die Durchsetzungs-Initia­tive ist eine Wundertüte des Schreckens. Je genauer man hinschaut, desto mehr Schwachstellen und Schwachsinn kommen ans Licht. Selbst Befürworter sollten sich über die Schlamperei der Initianten wundern. Sollten ob der unsinnigen Folgen ihre Zustimmung überdenken. Die Pädophilen-Klausel ist ­einer der Tiefpunkte. Wer Kindern Leid antut, käme mit der Durchsetzungs-Initiative besser weg. Die SVP hat das nicht beabsichtigt – aber sie bewirkt es. Weil sie gepfuscht hat. Skandalöse Fehler wie dieser lassen sich später nicht korrigieren. Das wäre gegen den Geist der Initiative, die Durchsetzung ohne Wenn und Aber verlangt. Der widersprüchlich und schludrig abgefasste Deliktkatalog ist abschliessend, der Einzelfall darf nicht geprüft werden. Ein Ja stärkt nicht den Willen des Volkes, sondern die Willkür der SVP.

teilen
teilen
131 shares
35 Kommentare
Fehler
Melden
BLICK on Tour zur Durchsetzungsinitiative Jositsch bringt Blocher auf Touren

TOP-VIDEOS

35 Kommentare
  • Benjamin  Zürcher 17.02.2016
    Ein JA zum Schutz von Ersttätern, welche bei einem JA zur DI ohne Sorge ein Kind schänden können und dafür nicht belangt werden??? Im Jahre 2014 wären MIT der DI 23 ausländische Pädophile ausgewiesen worden, da ein Grossteil Ersttäter waren. Jedoch waren es ohne der DI ganze 81 Täter, welche ausgeschafft wurden!!! NEIN zum Schutz von pädophilen Ersttätern!
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    17.02.2016
    Na ja. Wer immer noch nicht begriffen hat, dass die DI ganz andere Ziele verfolgt als die behaupteten und Demokratie, Rechtstaat und das friedliche Zusammenleben in unserem Land gefährdet, dem bzw. der ist nicht mehr zu helfen. Bildung und Geschichtsbewusstsein helfen halt schon, um sich in der komplexen heutigen Realität zu orientieren. Lustig ist, dass die Kreise, welche heute von "Täterschutz" faseln, immer die diesbezüglichen Vorlagen bekämpft haben (Opferhilfe, Frauenhäuser …). Aber eben


  • Hans-Peter  Brechbühl 17.02.2016
    Alle Bürgerinnen und Bürger die JA stimmen haben auch
    die Stimmerläuterung gelesen und wissen um was es bei
    dieser Abstimmung geht. Diese genannten lassen sich
    nicht von solchen Lügengeschichten und Unwahrheiten
    des Bundesrates und den linken beeinflussen.
  • s  z aus Zürich
    17.02.2016
    Es ist schon möglich, dass die DI bach ab geht. Ein Volk das mit Pauschalsteuer, Erbschaftssteuer und Ecopop ständig gegen sich selbst stimmt, ist verblödet oder vergammelt in der Wohlstandslethargie. Ich wünsche jedem der gegen die DI einmal ein Einbruch zuhause mitten in der Nacht. Dann werdet ihr sehen, wie der Täterschutz funktioniert und wie Sie als Opfer allein gelassen werden - nur wiederlich!
    • Dominik  Müller 17.02.2016
      So etwas wünsche ich zwar keinem, aber nur so würden es diese Leute merken und spüren!!!!! Aber im Nachhinein ist man ja immer Schläuer und auch bei der Ablehnung der DI wäre dies der FALL...hätten wir doch diese nur angenommen! TJA, dann wäre es leider zu spät und wir bleiben weiterhin die DEPPEN im eigenen Heimatland, welches gegen die eigene Bevölkerung schiesst!
  • Tamara  Bachmann aus Lyss
    17.02.2016
    Wer einen Apfel oder gar mehrere stiehlt, macht sich zivilrechtlicht NICHT strafbar! Man wird nicht zu einem Verbrechen gezwungen, man hat die Wahl! Wenn ich Angst haben muss, dass ich ausgeschafft werde, dann doch deshalb, weil ich etwas auf dem Kerbholz habe?! Somit ist doch alles klar oder?
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      17.02.2016
      Äpfeldiebstahl ist nicht strafbar? Warum hat mir das im Studium nie jemand gesagt? Danke für die Auskunft! Heute morgen habe ich das letzte Mal im Volg für Obst bezahlt!