Plakat-Kampagne Zürcher belehren die Deutschen

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Lea Hartmann
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Zürich – Eine neue Integrations-Kampagne des Kantons Zürich sagt Deutschen, wie sie mit uns reden sollen. «Eine Aktion, die Missverständnisse klärt», meinen diese.

«Lerne unsere Umgangsformen», fordert der Kanton Zürich in einer heute gestarteten Integrations-Kampagne von Ausländern. Eines der zehn Plakate der Kampagne setzt dabei speziell auf die Integration von Deutschen: «Sag doch statt ‹Ich krieg dann mal!› lieber ‹Bitte könnte ich vielleicht?›», lautet der Slogan.

Wie Katz und Maus

Michael Rüegg, Sprecher der Zürcher Direktion für Justiz und Inneres, begründet die Sujetwahl so: «Schweizer und Deutsche sind manchmal wie Hund und Katz. Sie sehen ineinander eine Bedrohung, obwohl keine vorhanden ist. Sprachliche Missverständnisse, wie wir sie auf den Plakaten ansprechen, spielen dabei eine grosse Rolle.»

«Wir wirken brutal»

Der in der Schweiz lebende Deutsche Klaus Stöhlker, PR-Experte, erklärt: «Wir Deutsche wirken auf Schweizer sehr brutal.» Nicht nur Serben und Kroaten, auch Deutsche sollten deshalb Schweizerdeutsch und dessen Eigenarten lernen, meint er. Der deutsche Sportmoderator Marcel Reif, der ebenfalls in der Schweiz tätig ist, wundert sich hingegen über den Slogan: «Bitte-Sagen ist doch selbstverständlich. Das bringe ich schon meinen Söhnen bei.»

Deutsche mehrheitlich dafür

Auch auf den Strassen Zürichs ist man sich uneins über die Wirkung der Kampagne (siehe Video unten). «Ich glaube nicht, dass das Sinn macht», sagt eine Schweizerin. Ein Deutscher hingegen meint: «Ihr solltet mit dieser Kampagne weitermachen. Man sollte die Menschen darauf hinweisen, dass sie sich anpassen müssen.» «Jedes Land hat seine Eigenarten – und jedes Volk hat seine Eigenarten. Und die Deutschen können ihre Art halt nur schwer ablegen. Aber sie müssen es lernen», sagt eine Deutsche, die in der Schweiz lebt.

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