Wird die Ritz-Attacke ein Fall für die Uno?

  • Publiziert: 13.02.2009, Aktualisiert: 14.01.2012

ZÜRICH – Die angebliche Misshandlung einer Brasilianerin durch Neonazis in Zürich zieht immer weitere Kreise. Nun könnte die Angelegenheit sogar vors Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte kommen.

Sie sei beim Zürcher Bahnhof Stettbach von Neonazis brutal misshandelt worden, sagt eine 26-jährige Brasilianerin: Die Täter hätten ihr mit einem Teppichmesser die Buchstaben «SVP» in Bauch und Beine geritzt und ihr weitere Schnittverletzungen zugefügt. Danach habe sie eine Fehlgeburt erlitten (Blick.ch berichtete).

Die Zürcher Polizei hegt ihre Zweifel an der Version der jungen Juristin. Doch Brasilien macht Druck auf die Schweizer Behörden: Ein Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Brasilien wurde ins Aussenministerium zitiert.

Und die brasilianische Konsularin in Zürich verlangte gestern in der Sendung «10 vor 10», dass «die Ermittler mit aller Kraft die Schuldigen suchen, und dass die Täter dann auch bestraft werden».

Sogar der Präsident meldet sich zu Wort

Jetzt liess die brasilianische Regierung laut der Zeitung «O Globo» sogar verlauten, sie könne die Angelegenheit vor das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte bringen.

Und Präsident Luiz Inácio Lula da Silva meldete sich zu der angeblichen Ritz-Attacke persönlich zu Wort: «Ich denke, dass wir das nicht akzeptieren können», sagte er. «Und wir können bei einer solchen Attacke gegen eine Brasilianerin im Ausland nicht schweigen.»

Der Vater der 26-Jährigen, ein in Brasilien landesweit bekannter Anwalt, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Polizei: Die Beamten hätten der Frau gedroht, sie müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie die Unwahrheit erzähle. Und im brasilianischen TV sagte ein Onkel, die Polizei habe die Frau nicht ernst genommen.

Polizei will am Nachmittag informieren

Bei der Stadtpolizei Zürich heisst es derweil, man ermittle in alle Richtungen. Ob sich inzwischen Zeugen gemeldet haben, wollte Sprecher Michael Wirz auf Anfrage von Blick.ch nicht sagen. Um 14 Uhr will die Stadtpolizei heute an einer Medienkonferenz über den Stand der Ermittlungen informieren. (noo)