«Free Pussy»-Protest am Grossmünster «Wir werden kaum im Straflager landen»

ZÜRICH - Heute Mittag entern Aktivisten in Zürich das ehrwürdige Grossmünster und hängen ein riesiges Plakat auf: «Free Pussy Riot. Fuck Putin» stand drauf.

  • Publiziert: 20.08.2012
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Der Prozess um die Punk-Aktivistinnen von Pussy Riot sorgt für Aufregung bis nach Zürich. Aktivisten stürmen heute Mittag das Grossmünster; Kletterer hängen in 50 Meter Höhe ein Plakat auf. Rund zwölf Aktivisten und Aktivistinnen schreien ihre Parole von der Kirche hinab: «Free Pussy Riot - Fuck Putin». Nach gut einer halben Stunde ist der Spuk vorbei. Die Protestierenden ziehen sich friedlich zurück, die Polizei lässt sie ziehen.

Hinter der Aktion steckt das «Freie Punk Komitee Zürich». Aktivistin Jacky Schmid sagt, dass man mit der Aktion ein Zeichen habe setzen wollen: «Wir fordern die sofortige Freilassung von Pussy Riot. Wir sind ein Verbund von Künstlern und politisch Interessierten, so zeigen wir Solidarität mit unseren Berufskolleginnen in Russland.»

Keine Angst vor Konsequenzen

Angst vor Konsequenzen hat die Gruppe nicht. «Wir sehen das locker, die Schweiz ist ein Rechtsstaat. Wir werden kaum im Straflager landen», sagt sie schmunzelnd.

Laut der Stadtpolizei Zürich, drohe den Aktivisten auch nur dann eine Anzeige, wenn das Grossmünster wegen Hausfriedensbruch klage.

Die Aktivisten haben sich in voller Absicht eine Kirche für ihren Protest ausgesucht: «Das Grossmünster ist ein sehr symbolträchtiger Ort. Die Aktion ist eine Parallel-Performance zu dem was die Pussys in Moskau zeigten.»

Der Protest zielt auf die Verurteilung von drei Mitgliedern der russischen Band Pussy Riot. Die drei Frauen hatten im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein Protestgebet gegen Putin aufgeführt. Am Freitag waren sie des «Rowdytums» aus religiösem Hass für schuldig befunden und zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. (sax/bih)

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Meier , via Facebook
    schön, dass es Leute gibt welche sich für die Pussy Riot so einsetzen..schade nur, dass man vergisst, dass tausend andere Leute ebenso politischverurteilt wurden/werden... nur, Putin wird das am Allerwertesten vorbei gehen...leider...
  • Werner  Tschannen
    würden die ,,PussyRiots,, das selbe in der Schweiz machen würden sie auch hier in den Knast wandern. Das entblösen von Geschlechtsteile in einer Kirche und das heruntermachen von Religionen ist NICHT als politische Aktion anzusehen sondern schlichtweg krank. Das in der Schweiz es wirklich Menschen gibt die solche Sachen unterstützen find ich bedenklich....

Alle Kommentare (8)

  • Daniel  Muenger , Zürich
    Pussy Riot ist aus der Gruppe "Voina" hervorgegangen, was auf Russisch schlicht "Krieg" bedeutet. Manches erinnert an Performances, aber oft ist Voina einfach gewalttätig, etwa wenn lebende Katzen über den Tresen eines McDonalds geschleudert wurden. Und Polizeiautos umzukippen, wenn noch jemand drinnensitzt, ist auch mehr als fragwürdig - es würde auch im Westen sicher nicht geduldet. Voina hat auch Brandsätze geworfen oder eine Fake-Hinrichtung eines Immigranten und eines Homosexuellen in einem Supermarkt inszeniert.
    • 20.08.2012
    • 17
    • 3
  • Christian  Reis , via Facebook
    Jeder russische Bürger weiss um die Zensurierung der Medien. Viele flüchten sich deshalb in soziale Medien um ein Stück dieser Menschenwürde zu erlangen. auch Facebook ist geblockt in Russland

    Renomierte Beispiele wie zum Beispiel Tschulpan Nailjewna Chamatowa "Lara" aus dem Film Good Bye Lenin hatten nicht den Mut sich den Repressionen der politischen Macht Russlands zu widersetzen, obwohl sie von Gorbatschov aufgrund Ihrem selbstlosen Einsatz für onkologischen Erkrankungen von Kindern zum Nobel-Preis vorgeschlagen wurde und 2012 zur Volkskünstlerin ausgerufen wurde. Das Video wo sie widerwillen Werbung macht für Putin ist auf Youtube zu sehn und war einer der ersten Meilensteine in diesem Thema ...

    Die Art und Weise des Protestes mag zweifelhaft sein, von verzweifelten Leuten welche die Aufmerksamkeit auf eine Sache lenken wollen ist auch nichts anderes zu erwarten.

    Seien wir einfach dankbar für unsere Politiker die gerade auch weil Sie unter dem Pantoffel der Bevölkerung stehn, auch Ihre Fehler zeigen können und die Fehler unsererseits akzeptieren können.

    Danke, dass es die Schweiz gibt
  • Urs  Lifart , Volja Zaderevatska
    Gegen ETWAS zu sein ist Mode. Gegen ein Regime zu protestieren ist Mode. Eine Revolution durchzuführen ist eine Sache, ein Land danach besser zu regieren ist etwas, was die meisten gar nicht könnten - allen voran die "Pussy Riots". Ist der Diktator Putin weg, der wenigstens eine gewisse, wenn auch eingeschränkte Stabilität garantiert, kommen die Gruppen der Oligarchen die das Land zerreissen werden und eine noch schlechtere Zeit einleuten !!
  • Hans  Häberli , via Facebook
    So ein Theater um diese Pussys. Die abgezogene Aktion in der Kirche war eher geschmacklos. Sie hätten auch anders gegen Putin demonstrieren können. Zudem setzte sich Putin noch für diese Sängerinnen ein. Auf der Welt gibt es viele echte politisch Verfolgte. Besser hätte man für diese demonstriert.
  • Werner  Tschannen
    würden die ,,PussyRiots,, das selbe in der Schweiz machen würden sie auch hier in den Knast wandern. Das entblösen von Geschlechtsteile in einer Kirche und das heruntermachen von Religionen ist NICHT als politische Aktion anzusehen sondern schlichtweg krank. Das in der Schweiz es wirklich Menschen gibt die solche Sachen unterstützen find ich bedenklich....
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