ZÜRICH - Heute Mittag entern Aktivisten in Zürich das ehrwürdige Grossmünster und hängen ein riesiges Plakat auf: «Free Pussy Riot. Fuck Putin» stand drauf.
Der Prozess um die Punk-Aktivistinnen von Pussy Riot sorgt für Aufregung bis nach Zürich. Aktivisten stürmen heute Mittag das Grossmünster; Kletterer hängen in 50 Meter Höhe ein Plakat auf. Rund zwölf Aktivisten und Aktivistinnen schreien ihre Parole von der Kirche hinab: «Free Pussy Riot - Fuck Putin». Nach gut einer halben Stunde ist der Spuk vorbei. Die Protestierenden ziehen sich friedlich zurück, die Polizei lässt sie ziehen.
Hinter der Aktion steckt das «Freie Punk Komitee Zürich». Aktivistin Jacky Schmid sagt, dass man mit der Aktion ein Zeichen habe setzen wollen: «Wir fordern die sofortige Freilassung von Pussy Riot. Wir sind ein Verbund von Künstlern und politisch Interessierten, so zeigen wir Solidarität mit unseren Berufskolleginnen in Russland.»
Keine Angst vor Konsequenzen
Angst vor Konsequenzen hat die Gruppe nicht. «Wir sehen das locker, die Schweiz ist ein Rechtsstaat. Wir werden kaum im Straflager landen», sagt sie schmunzelnd.
Laut der Stadtpolizei Zürich, drohe den Aktivisten auch nur dann eine Anzeige, wenn das Grossmünster wegen Hausfriedensbruch klage.
Die Aktivisten haben sich in voller Absicht eine Kirche für ihren Protest ausgesucht: «Das Grossmünster ist ein sehr symbolträchtiger Ort. Die Aktion ist eine Parallel-Performance zu dem was die Pussys in Moskau zeigten.»
Der Protest zielt auf die Verurteilung von drei Mitgliedern der russischen Band Pussy Riot. Die drei Frauen hatten im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein Protestgebet gegen Putin aufgeführt. Am Freitag waren sie des «Rowdytums» aus religiösem Hass für schuldig befunden und zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. (sax/bih)
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