ZÜRICH – Die Kebab-Verkäufer in Zürich sind fast alle Muslime. Was halten sie vom Resultat der Abstimmung? Blick.ch fragte nach.
Abdulla Reber ist Iraker, lebt seit mehreren Jahren in der Schweiz. Mit seinem Kebab-Stand im Niederdorf ist er mitten drin im Multi-Kulti-Kuchen von Zürich. Erst winkt er ab, er will nicht vor der Kamera sprechen. Es ist keine Scheu, sondern man will als Muslim die Debatte nicht unnötig anheizen.Auch ein anderer Wirt, Türke, seit 15 Jahren in der Schweiz, mag nicht öffentlich sagen, was ihn bewegt. «Wissen Sie», sagt er, «ich bediene viele Gäste, die für die Initiative gestimmt haben.» Die wolle er nicht verärgern.Abdulla Reber steht schliesslich doch hin. Er erinnert an Dänemark, an die verbrannten Flaggen, an die Proteste nach den Mohammed-Karikaturen. Das habe die Schweiz wohl nicht zu befürchten, sagt er. Aber es gebe Muslime, die dieses Abstimmungsresultat sehr enttäusche.Das Resultat schadet der SchweizZwei Schritte weiter steht der Imbiss des Ägypters Ahmed Allam. Er lebt hier seit mehr als 20 Jahren. Stolz erzählt er von seinen beiden Kindern. Beide seien hier zur Welt gekommen, übrigens. Seine Tochter gehe genau wie die Schweizerinnen am Wochenende aus, wie alle anderen auch.Ahmed ist enttäuscht, aber selbstkritisch: «Wir Muslime sind an diesem Ergebnis schuld.» Man müsse sich hierzulande mehr anstrengen. Der Islam sei schliesslich eine friedliche
Religion, doch die Extremisten, die machten alles kaputt. Und die fehlenden Minarette? Ahmed lächelt. Er trage den Glauben in seinem Herzen, das mache keinen Unterschied.Damit spricht er eigentlich den Befürwortern der Initiative aus dem Herzen. Aber was er zum Schluss sagt, stimmt nachdenklich. «Dieses Ergebnis schadet der Schweiz mehr als uns.»