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Eine alte Frau steht in der Duschkabine. Sie ist nackt. Eine Frauenstimme befiehlt. «Tanzen, Frau Meier*, tanzen.» Die demente Frau beginnt, sich hin und her zu wiegen. «La, la, la», singt sie traurig in die Handy-Kamera.
Sprecherin und Filmerin ist Pflegeassistentin Marianna (24). Sie hat schon den unsäglichen Film mit der am Boden liegenden 88-jährigen Patientin gedreht. Und sie kann sich auch hier kaum mehr vor Lachen halten: «Schau, wie sie macht, Scheiss, lueg.»
Vorgeführt wie ein Tanzbär, bewegt sich die alte Frau auf und ab. Sie summt. Marianna lacht laut heraus, kann sich kaum mehr beruhigen. «Lueg si a ...» Die demente Frau bückt sich nach einem Tuch.
Dann kommt eine zweite Person ins Bild. Es ist die junge Pflegeassistentin Ada*. Sie grinst in die Kamera – dann ist der demütigende Streifen zu Ende.
Ada hatte bei der Verhaftungsaktion der Zürcher Polizei letzten Dienstag Glück (im BLICK). Sie war in den Ferien. Doch wie die Quälschwestern Gordana und Marianna wird sie nie mehr ins Pflegeheim Entlisberg zurückkehren. Fristlos entlassen. BLICK erreichte gestern nur ihre Schwester – doch die legte sogleich das Telefon auf.
Auch Filmerin Marianna hat keine Lust, ihre sadistischen Neigungen zu erklären. «Ich will nicht mit Ihnen sprechen», tönte es aus der Gegensprechanlage an ihrem Wohnort Zürich-Höngg.
Noch ist unklar, wie viele solcher Filme gedreht und ob sie weiterverbreitet wurden. Die Polizei arbeitet zurzeit mit Hochdruck daran, die bei den Pflegerinnen beschlagnahmten Computer und Handys zu untersuchen.
Vielleicht stossen die Beamten dann auch auf einen seltsamen Klingelton. Denn wie eine Insiderin verrät, soll eine der Schwestern die schimpfende Stimme einer dementen Frau aufgenommen und als Klingelton auf ihrem Handy installiert haben.
*Namen geändert
«Scheiss, lueg» Pflegeassistentin Marianna filmte mit dem Handy die entwürdigenden Videos.- ZVG